Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 11 (November 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1896-11-01
- Page
- 588 (sequence 4)
- Language
- German
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586 Im deutschen Reich. gaben der Gruppen, insbesondere diejenigen der neu zu gründenden Gruppe 0., in den Kreis' seiner Betrachtungen zog. Der ßurch mehrere kleine Erzählungen aus dem praktischen Leben gewürzte Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall belohnt. Hr. Dr. med. Jos. Lewy erklärte sodann im Namen des Vorstandes, daß dieser die Begründung der Gruppe 0. mit großer Freude begrüßt habe. Berlin biete dem Vereine ein bedeutendes Arbeitsfeld und das von hier aus gebotene Beispiel wirke auf ganz Deutschland ein, wo der Jndifferentismus unter den Juden, welcher den Antisemiten den größten Vorschub geleistet habe, überall mehr und mehr schwinden müßte. Nachdem noch von zwei anderen Rednern die Vereinsthätigkeit anerkannt worden, wurde die Constituirung der Gruppe 0. durch die Wahl von 5 Obmännern vollendet, denen Hr. Oi'. Jos. Lewy die Pflicht, die weitere Entwickelung des Vereins eifrig zu fördern, mit kräftigen Worten an's Herz legte. Im Namen der neuerwühlten Obmänner stellte Hr. Hermann Cohn solche eifrige Thätigkeit in Aussicht. A. L. Briefkasten der Redaktion. D. JtBerlin. Wenn es wirklich wahr sein sollte, daß auf den Wunsch eines Klägers, eine Ehrenerklärung in der - „Staatsbürger- Zeitung" zu erlangen, der Vorsitzende eines Schöffengerichts die Antwort ertheilt hat: „Ach was, wir sind doch hier keine Juden!" braucht man deshalb nicht anzunehmen, daß der betreffende Richter ein Judengegner sei. Das erwähnte Blatt interessirt doch wirklich nur die Juden, die es angreist und die wenigen Nichtjuden, die an solchen Angriffen Freude haben. Was Ihre Bemerkung über das von der „Staatsbürger-Ztg." gerügte Gebühren eines „Einschätzers mit echt orientalischem Typus" betrifft, so würden auch wir solches Treiben am Sonntag entschieden mißbilligen. Es steht aber noch keineswegs fest, daß der Einschätzer ein „echter Jude" war, was schon deshalb unglaubwürdig ist, weil ein solcher einen Anhänger der „Staatsbürger-Ztg." weder in der Woche noch am Sonntag schätzen würde! N. M., Berlin. Wenn in der „Staatsbürger-Zeitung" vorn 12. November die französische Firma eines hiesigen Blumenladens in der Friedrichstraße („Z-luison des fleurs“) als ein spaßhafter Beleg