Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1896-10-01
- Page
- 530 (sequence 5)
- Language
- German
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530 Im deutschen Reich. daß solche maßlosen Angriffe die Gefahr nahe legen, daß GewaltLhätigkeiten hervorgerufen werden. Er beantrage drei Monate Gefängniß. Der Gerichtshof lehnte die Anträge des Vertheidigers und des Angeklagten auf Vernehmung einer großen Anzahl von Zeugen und litterarischen Sachverständigen ab und erkannte dem staatsanwaltlichen Antrag gemäß auf 3 Monate Gefängniß. Das Urtheil führte aus, daß in diesem Fall, wo der Weg der Beschimpfung und Verhetzung beschritten wurde, eine strenge Strafe am Platze sei.-Um die Ausgabe dieses Heftes unserer Vereinszeitschrift nicht zu verzögern, begnügen wir uns mit diesem kurzen Bericht über diese bedeutsame Verhandlung, auf welche wir im November-Heft in eingehendster Weise zurückzukommen gedenken. Wie der „General- Anzeiger" mittheilt, hat der Erste Amtsanwalt Dietz gegen das im Fleischbesudelungs-Prozesse freisprechende Urtheil vom 25. September d. Js. Berufung eingelegt! Jedenfalls hat der Verlauf sowohl der beiden Fleischbesudelungs - Prozesse als auch derjenige des Blutritual-Prozesses, klar und deutlich gezeigt, was der Vorstand des Central-Vereins erstrebt. Die Mehrheit der deutschen Juden wird seine Thätigkeit nicht nach Erfolgen oder Mißerfolgen beurtheilen, nicht nur das Erreichte, sondern auch das Erstrebte würdigen. Sie wird sicher ebenso wie wir davon überzeugt sein, daß früher oder später redliches und beharrliches Streben zu dem ersehnten Ziele führen muß! A. JL. Briefkasten der Redaktion. R. S., Berlin. Wenn Sie künftig nach dem Schwarzwald reisen wollen, so würden Sie gut thun, nach Herrenalb zu gehen. Ein antisemitisches Blatt schrieb vor Kurzem: „Es soll dort nur so von Juden wimmeln." Wo dies bisher der Fall war, befanden sich christliche und jüdische Gäste immer wohl, denn an solchen Orten erwies sich die Verpflegung stets als eine gute, die Bedienung als eine höfliche und aufmerksame und die Ortsbevölkerung als eine gesittete. Also wimmeln Sie in Herrenalb ruhig mit! Frau R. T., Berlin. Freundlichen Dank für . Ihre gefällige Mittheilung. Wenn das AntisemitenblaLL trotzdem das 25jährige Dienstmädchen-Jubiläum bei dem Ehepaar Josef Friedländer, Heiligegeiststr. 7, als „ein noch nie dagewesenes Ereigniß" bezeichnet hat.