Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 9 (September 1896)
- Article
- Berlin
- Date
- 1896-09-01
- Page
- 449 (sequence 4)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 449 In Preußen wurden seit dem Erlaß des Gesetzes vom 7. Juli 1891 2828 RentengüLer in evangelischer, 2182 in katholischer und 6 in jüdischer Hand begründet. Sein fünfzigjähriges Doktor-Jubiläum beging am 4. August Herr Rabbiner vr. Israel Hildesheimer, dessen Diplom aus diesem Anlaß von der philosophischen Fakultät der Universität Halle erneuert wurde. Die „National-Ztg." berichtet, daß dem Askanischen Gymnasium von Herrn Gustav Levin st ein 21000 Mk. mit der Bestimmung geschenkt worden sind, daß vom 1. April 1897 ab von den Zinsen dieses Kapitals einem sich dem Universitätsstudium widmenden Schüler dieses Gymnasiums ein Stipendium gewährt werde. Cottbus, 23. August. Der „Cottbuser Anzeiger" meldet heute: „Nachstehende Berichtigung ist der Redaktion der antisemitischen „Staatsbürger-Zeitung" in Berlin zugefertigt worden: „Im Leitartikel Ihrer Nummer 377 A behaupten Sie, der Magistrat, bezw. der Cottbuser Oberbürgermeister habe ein Gesuch der katholischen Gemeinde um Verlegung des Fronleichnamsmarktes abgelehnt, dagegen den großen Herbstmarkt wegen des jüdischen Neujahrstages verlegt. Die katholische Gemeinde hat weder unmittelbar noch mittelbar, namentlich auch nicht durch Herrn Hofphotographen Metzner, den Antrag gestellt, den althergebrachten Fronleichnamsmarkt zu verlegen; hierzu liegt auch gar kein Grund vor, weil die Gemeinde den Fronleichnamstag am Sonntag zu feiern pflegt. Die Berücksichtigung des jüdischen Neujahrstages findet in der starken Betheiligung jüdischer Händler an den Märkten ihre Rechtfertigung, ist übrigens für den g e - sammten Regierungsbezirk Frankfurt angeordnet. Cottbus, den 21. August 1896. Der Magistrat. Der Oberbürgermeister. Werner." # Königsberg i. Pr., 30. August. Anläßlich der Feier der am 25. d. M. erfolgten Einweihung der hier von dem Professor Cremer erbauten neuen Synagoge hat der zweite Bürgermeister unserer Stadt, Brinkmann bei dem Festmahl einen Toast auf die Synagogengemeinde ausgebracht, in welchem er sagte: „Hier in Königsberg leben die Bekenner aller Religionen und Konfessionen in Frieden mit einander. Daß dem so ist, daran hat auch die hiesige jüdische Bevölkerung selbst kein geringes Verdienst. Darf ich beginnen mit dem, was mir zunächst liegt, so muß ich rühmend und dankend anerkennen die thätige und aufopfernde Mitarbeit unserer israelitischen Mitbürger nicht blos in der städtischen Verwaltung, sondern überhaupt in allen öffentlichen Angelegenheiten. Nur ungern