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Im deutschen Reich · 1896-09-01 · Heft 9 (September 1896) · p. 434

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 9 (September 1896)
Article
Eine angebliche Blutabzapfung
Date
1896-09-01
Page
434 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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434 3m deutschen Reich. stellt die p. Blank in Abrede und will von p. Lauterstein mißhandelt worden sein. Wie die Mißhandlungen gewesen sind, darüber wird nun verschiedenartig gesprochen, doch wird die eingeleitete Untersuchung das Nähere ergeben. Die p. Blank ist daraus aus dem Dienste gezogeir und soll zwei Tage zu Bett gelegen haben. Dieselbe ist durch den prakt. Arzt Ragutzki-Lappienen untersucht worden, welcher ein ärztliches Attest ausgestellt hat. Letzteres ist mit den polizeilichen Untersuchungsverhandlungen an die Kgl. Staatsanwaltschaft zu Tilsit gesandt." Weiter wurde bekannt, daß das Mädchen nicht im Kreiskrankenhause gewesen, daß Herr vr. Dommasch in Seckenburg an der Haargrenze eine Beule mit oberflächlichen Hautabschürfungen festgestellt habe, aus denen sich etwas seröse Flüssigkeit — kein Blut! — entleert hatte. Herr Dr. Dommasch erklärte, daß nach seinem Untersuchungsbefunde von einer Blutabzapfung keine Rede sein könne. Hoffentlich werden diejenigen, welche leichtfertig oder böswillig das Märchen von der „Blutabzapfung in Seckenburg" verbreiteten und dadurch nicht nur die Juden in der dortigen Gegend, sondern die gesammte dortige Bevölkerung in Aufregung versetzt haben, exemplarisch bestraft!

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