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Im deutschen Reich · 1896-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1896) · p. 396

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1896)
Article
Berlin
Date
1896-07-01
Page
396 (sequence 4)
Language
German
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968 3m deutschen Reich. mitunter im Dunkeln tagten, so ist das doch in der modernen Zeit kaum der Fall, und wir beschlossen, nachdem wir über etliche Stühle gestolpert waren, uns bescheiden zurückzuziehen, um in den Hellen Restaurationsräumen auf den Beginn des interessanten Schauspiels zu warten. Es wurde halb zehn und wir riskirten wieder die Frage an den Kellner, ob denn nun wohl die Versammlung ihren Anfang nehme. „Es ist möglich," erwiderte er, „drei Herren sind schon da." — „Vom Vorstande?" — „Nein, vom Vorstande nur einer, die beiden anderen gehören zum Verein." Wir opferten noch eine Viertelstunde, und als sich der vierte Versammlungstheilnehmer nicht einfand, verließen wir in der vielleicht unbegründeten Meinung, daß zu einem Dehmgericht mehr als drei Richter erforderlich seien, sehr trostlos den Ort, den wir mit so frohen Hoffnungen betreten hatten. Die Zeit der Vehmgerichte scheint ihren endgültigen Abschluß gefunden zu haben." □ Gleiwitz i. Oberschlesien, 1. Juli. In der hier unter dem Vorsitz des Sanitätsraths Dr. Freund abgehaltenen diesjährigen Versammlung des Synagogen-Gemeinde-Verbandes des Regierungsbezirks Oppeln beschloß der Verband u. A., dem „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" als Mitglied beizutreten. — Der Delegirte zu dem Gemeindetag des Deutsch- Israel. Gemeindebundes wurde ersucht, in Berlin Schritte bei der Staatsregierung wegen Einführung des obligatorischen jüdischen Religionsunterrichts an den höheren Lehranstalten, unter Wahrung der Gewissensfreiheit des Einzelnen, zu befürworten. — Für die nächstjährige Versammlung des Verbandes wurde Ratibor in Aussicht genommen. ** Tarnowitz i. Oberschlesien, 1. Juli. Als vor Kurzem der Kardinal Fürstbischof von Breslau, Dr. Ko pp, sich mehrere Tage hindurch hier aufhielt und die städtischen Behörden zu Ehren Sr. Eminenz ein Festmahl veranstalteten, erhielt auch der Rabbiner Dr. Löwenthal eine Einladung. Der Letztere hat bei der Ankunft des Kardinals, nachdem zunächst der Bürgermeister von Tarnowitz eine Ansprache gehalten, Se. Eminenz Namens der hiesigen israelitischen Bevölkerung in einer Rede begrüßt, welche das hiesige Stadt- und Kreisblatt später veröffentlichte. Dr. Kopp erwiderte sofort mit herzlichen Dankeswoncn und gab bei dem am anderen Tage abgehaltenen Festmahle der Absicht Ausdruck, stets hier den Frieden unter den Bürgern aller Bekenntnisse zu schützen. (8) Stargard i. P., 3. Juli. Der A n t i s e m i t e n f ü h r e r Stadtverordneter G ö b l e r aus Gollnow wurde von der hiesigen

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