Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1896)
- Article
- Umschau
- Date
- 1896-07-01
- Page
- 393 (sequence 7)
- Language
- German
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Umschau. 993 in weiteren Kreisen bekannt geworden, daß MoröS trotz seiner cintisemitischen Artikel von dem Juden Cornelius Herz eine Unterstützung von 20 000 Francs erbeten und erhalten hatte, schrieb er auf's Neue für das judenfeindliche Blatt „Libre parole", verfiel aber mehr und mehr der Lächerlichkeit. Unzufrieden mit den Erfolgen seiner Angriffe auf die Juden, plante er nun eine gegen die Engländer gerichtete abenteuerliche koloniale Unternehmung in der Sahara und gerieth dabei in Feindseligkeiten mit einigen räuberischen Tuaregs. Diese ermordeten ihn und fünf Mann seines Gefolges. Man fand seinen Leichnam so schrecklich zugerichtet, daß man nicht unterscheiden konnte, welche Wunden von Kugeln und welche von Säbelhieben herrührten. Daß Drumont, der böse Genius des exaltirten Marquis, jetzt die Juden bezichtigt, mit den Tuaregs im geheimen Bunde zu stehen, und der „Figaro" auf den sich zum Judenthum bekennenden englischen Konsul in Tripolis, Arbib, hinweist, würde komisch wirken, wenn das Ende des Drumontschen Opfers nicht allzu traurig wäre! A. L. Korrespondenzen. * Berlin, 18. Juli. Der Berliner Magistrat hat auf das Ansuchen des Ausschuffes für das Treitschke-Denkmal um einen städtischen Beitrag geantwortet, daß hierzu für die Stadtgemeinde kein genügender Anlaß vorliege und deshalb eine Beisteuer abgelehnt werden müffe. Daß für diesen Beschluß nicht die Erinnerung an die Förderung der antisemitischen Bewegung durch Heinrich von Treitschke, sondern die richtige Abschätzung seiner wiffenschaftlichen Bedeutung maßgebend war, beweist die Thatsache, daß kürzlich selbst der Herausgeber des antisemitischen Familienblattes „Daheim", Theodor Hermann Pantenius, denen entgegen getreten ist, welche Heinrich von Treitschke den großen Historikern Ranke und Sybel an die Seite zu stellen versuchten. Pantenius schrieb wörtlich: „Es war dieser durch und durch subjektiven Natur nicht gegeben, objektiv zu urtheilen. Damit ist aber meines Erachtens auch der Beweis erbracht, daß Treitschke zum Geschichtsschreiber nicht berufen war. . . . Wenn Treitschke es als seine Aufgabe bezeichnet, durch seine Arbeit „die Freude am Naterlande" zu erwecken und meint, diese Forderung seinerseits erfüllt