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Im deutschen Reich · 1896-06-01 · Heft 6 (Juni 1896) · p. 301

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 6 (Juni 1896)
Article
Aus lichteren Tagen
Date
1896-06-01
Page
301 (sequence 2)
Language
German
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Aus lichteren Tagen. S01 graben werden, muffen unter Qualen durch die Erde sich Bahn brechen, bis sie im heiligen Lande angelangt sind. Wer nur ein Stäubchen Erde sich unters Haupt im Grabe legen läßt, der kann frischweg und wenn es in Preußen z. B. wäre, auferstehen! Erde von Gräbern gewährt aber einen so traurigen Anblick, daß ich einige Blumen — freilich auch nur trockene, welke, wie der Glaube in Jerusalem — von heiligen Stätten dazu lege. Weiter bringen wir'S überhaupt nicht: Welke Blumen auf Gräberstaub! Sie haben mir die Gunst gewährt, Ihrer Frau Gemahlin einige Kleinigkeiten aus dem gelobten Lande verehren zu dürfen; ich bitte Sie demnach ihr die Blumen, den am h. Grabe geweihten Rosenkranz uud die zu einem Schmuckhalter geformte Frucht einer Zeder des Libanons übergeben zu wollen. Nie habe ich mich der Pilgerfreiheit, verehrten Frauen kleine Weihegeschenke von heiliger Erde mitbringen zu dürfen, mehr als jetzt gefreut. Der grünen hieroglyphischen Gottheit aus Memphis bitte ich einen Platz auf Ihrem Schreibtische zu gönnen, vielleicht regt sich Ihre Phantasie zu gleich schönen Gedichten, wie eines Ihre „Mumie" ist, an. Sie sehen, ich werde heute die elegischen und Gräbergedanken nicht los und so sei noch des schmerzlichen Verlustes gedacht, den wir durch den Tod Hammer-Purgstalls erlitten haben. Indem ich Ihnen heitere Tage und frohe schaffenssreudige Stimmung wünsche, wiederhole ich herzlich den Ausdruck meiner Verehrung für Sie. Wien, 23. Dezember 1856. Frankl. Hierauf erwiderte Grün-Auersperg: „Gratz 26. XII. 56. Mein sehr verehrter Freund! Die reichen Weihnachtsgeschenke aus dem heiligen Lande, mit welchen Sie mich so freundlich überrascht und meinen

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