Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1896-05-01
- Page
- 288 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316611-2316617-2318635--01166-2318711- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3m deutschen Reich. fall). — Herr 3aff6 erläuterte den Werth des von Herrn Dr. Stofen* thal gebotenen Vortrages für die Tendenzen des Vereins und regte dann an, in wissenschaftlicher Form nachzuweisen, nicht nur worin die Juden und die Deutschen einander ähnlich seien, sondern auch diejenigen Momente, in welchen sie sich gegenseitig in nützlicher Weise ergänzen könnten. — Herr Dr. Horwitz schloß hierauf die Versammlung, indem er die Hoffnung aussprach, daß die Anwesenden die Sommerferien zum Werben und Arbeiten für den Central- Verein benutzen würden! A. L. Briefkasten der Redaktion. R. M., Berlin. Als wir in Nummer 34 des Sedlatzek'schen „General-Anzeiger" das wunderliche Feuilleton „Ist Leuß ein Jude?" lasen, amüsirten wir uns anfangs köstlich darüber, daß K. S. auf den Aprilscherz hereingefallen, die beißende Ironie jener Frage nicht verstanden und an dieselbe im vollen Ernste die Behauptung geknüpft hatte: „Derjenige Jude oder deutsche Sklave, der zur Ehrung des Judenthums diese „geistreiche Dichtung" geschrieben hat, streift unbewußt hart an die Wahrheit." Als wir dann weiter die Schilderung der Gestalt und des Wesens des Zuchthäuslers Leuß und die Bemerkung lasen, daß letzterer bei Stöcker eine politische Dienstbotenstellung angenommen und den Abgeordneten Liebermann von Sonnenberg, „der unterwürfig thuende Leute gern um sich sieht", zu umgarnen gewußt habe, kam uns derselbe Gedanke, dem Sie in Ihrem Schreiben durch die Frage „Ist Karl Sedlatzek ein Jude?" Ausdruck gaben. Wir würden es beklagen, wenn wir diese Frage bejahen müßten, aber sie läßt sich trotzdem nicht ganz von der Hand weisen. Ganz abgesehen von dem nicht zu unterschätzenden Dienst, den er dadurch leistet, daß er mit Wärme für Karl Paasch eintritt, der seinen früheren Arbeitgeber Freiherrn von Langen gründlich bloßgestellt und neuerdings ein Flugblatt veröffentlichte, welches schwere Anschuldigungen gegen Liebermann von Sonnenberg enthält, verkündet Sedlatzek jetzt in seinem Blatte über „Judas Fortschritte" so ausführlich, daß man ihm dafür wirklich dankbar sein muß. Er berichtet, daß der jüdische Augenarzt Dr. Emil Berger vom König von Portugal in den Freiherrnstand erhoben, daß auf