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Im deutschen Reich · 1896-05-01 · Heft 5 (Mai 1896) · p. 280

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 5 (Mai 1896)
Article
Berlin
Date
1896-05-01
Page
280 (sequence 3)
Language
German
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280 Im deutschen Reich. „Im Uebrigen habe ich bis jetzt geendet, wie ich angefangen habe. Ich bin derselbe geblieben und werde in alter Weise weiter arbeiten. Das Ende überlasse ich Gott." —. Wenn Stöcker dies nicht thäte, würde wohl auch ohne seine freundliche Zustimmung sein Ende, sowie dasjenige der von ihm angefachten unheilvollen Bewegung Gott überlasten sein! — In einer in der. Berliner,Tonhalle^ abgehaltenen Vereinsversammlung hat er dann das kaiserliche Telegramm Wort für Wort zu widerlegen versucht und u. A. auf den Jubel seiner Gegner hingewiesen, die aus Anlaß der „Friedericianischen" Auslastung ein Purimfest feiern! Die Kgl. Staatsanwaltschaft I ließ dem Redakteur des „Deutschen General - Anzeiger" die Aufforderung zugehen, „sich zum Antritt der durch vollstreckbares Urtheil der 8. Strafkammer des Königlichen Landgerichts I, Berlin, vom 23. Dezember 1895 erkannten Festungsstrafe von 3 (drei) Monaten am 4. Juni 1896 in der Festungsstubenanstalt in Weichselmünde bei Danzig zu melden." Das Gesuch des Herrn Sedlatzek, den Strafantritt bis zum 1. Juli zu verschieben, ist abgelehnt worden. Am 2. Juni wird die Entscheidung des Reichsgerichts in dem „Ritualmord-Prozeß" erfolgen. Bekanntlich hat die Kgl. Staatsanwaltschaft gegen das freisprechende Urtheil Revision eingelegt. Der 2. Termin in der „Fleischbesudelungs"-Sache findet am 3. Juli d. I. vor dem Kgl. Schöffengericht in Berlin-Moabit statt. A. Luckenwalde, 10. Mai. An der hiesigen höheren Töchterschule ist der jüdische Religionsunterricht eingeführt geworden. Das Gleiche steht an dem Realgymnasium in Aussicht. £2 Breslau, 14. Mai. Wegen Beleidigung des Breslauer Magistrats wurden die Redakteure der „Schlesischen Zeitung", Or. Schottky und Di-. Fleischer zu 200 Mk. bezw. 100 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Die Beleidigung wurde in einem Artikel über den Ankauf des Ritterguts Weidenhof durch die Stadtgemeinde gefunden. Die inkriminirte antisemitisch zugespitzte Stelle lautet: „Daß diese Affaire in den weitesten Kreisen den Eindruck der Solidarität der jüdisch-freisinnigen Interessen hinterlassen hat, ist zweifellos." X Liegnitz, 14. Mai. Die beiden als eifrige Antisemiten bekannten Brüder Walter Zenkominirski aus Berlin und Alfred Zenkominirski aus Dresden, welche aktive Offiziere bei dem Handel mit Sportpferden schändlich betrogen haben, sind von der hiesigen Strafkammer zu 4 Jahren Gefängniß und fünfjährigem Ehrverlust bezw. zu- 3 Jahren Gefängniß und vierjährigem Ehrverlust verurtheilt worden.

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