Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1896)
- Article
- Aus lichteren Tagen
- Date
- 1896-05-01
- Page
- 263 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus lichteren Tagen. 263 Nun mögen die Briefe für sich selbst sprechen. Am 24. Oktober 1858' theilt Frankl dem Freunde mit, daß er demnächst nach Jerusalem reise, um daselbst eine Kinder-Bewahranstalt, welche Frau Herz, geb. von Lämel, mit 50 000 Gulden Konventionsmünze fundirt, ins Leben zu rufen, und giebt dann folgende Einzelnheiten über seinen Reiseplan: „Ich schiffe mich in Triest auf die jonischen Inseln ein, komme nach Athen und sehe Griechenland; von da über Smyrna nach Constantinopel, wo ich beim Sultan den Ferman für die Stiftung auszuwirken habe — Nebenausflug über den Olymp nach Brusia. — Dann über Cypern und Rhodus nach Bairut. Ueber den Libanon — ich nannte mein letztes Buch prophetisch wohl so — nach Damaskus. Seiten-Ausflug an die Ruinen von Palmyra. Durch das ganze biblische Kanaan nach Jerusalem. Ueber den Jordan nach Jericho, Jaffa. Küstenfahrt nach Bairut. Durch die große Wüste nach Cairo, an die Pyramiden, über die Landenge von Suez ans rothe Meer. Als Ausrufungszeichen der Reise hoffe ich den Sinai zu besteigen. Alexandrien, Marseille, Paris, Wien! Giebt's eine schönere Reise auf der Erde? Ich bin ganz glücklich. Ich gebe Ihnen mit Absicht die ganze Tour an, weil ich wünsche, ja es fordere, daß Sie mir Aufträge, Wünsche mitgeben und mir ausdrücklich sagen, was und von wo ich Ihnen ein Erinnerungszeichen mitbringen darf? In bewegter Erwartung Ihrer baldigen Zuschrift und mit herzlichen Grüßen Ihnen wie stets und immer verehrungsvoll ergeben Frankl." Hierauf erwiderte Auersperg-Grün am 1. November 1855 aus seinem Schlöffe Thurn am Hart in Kram: „Verehrter Freund! Indem ich Ihnen auf's Herzlichste für Ihre freundlichen Mittheilungen vom 24ten v. M. danke, muß ich Ihnen vor allem meine wärmste Theilnahme an der Ihnen zugetheilten Mission aussprechen, sowohl was deren edle humanitäre Zwecke, als auch was die Ihnen eröffneten herrlichen Reiseaussichten. betrifft. Ich rufe Ihnen schon jetzt ein herzliches