Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1896-05-01 · Heft 5 (Mai 1896) · p. 258

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 5 (Mai 1896)
Article
Antisemiten-Galerie
Date
1896-05-01
Page
258 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2316602-2316611-2316617-2318618--01109-2318681
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

868 Im deutschen Reich. nicht für ihn zahlte, mußte Schroot (nach der Aeußerung des Antisemiten Wesendonk, ein Opfer der Bauer'schen Finanzwirthschafy in'S Gefängniß wandern. Schulze, Paul, Postassistent in Wohlau, welcher 1892 von den Breslauer Antisemiten als Reichstagskandidat aufgestellt war, in Frankenstein und Wohlau sich an die Spitze der dortigen Antisemiten stellte, wurde als Urheber zahlreicher, auf dem Postamte vorgekommener Unregelmäßigkeiten ermittelt und entging der Bestrafung durch Selbstmord. Schwaiger, Adolf, der Redakteur des antisemitischen „Badischen Volksboten" in Heidelberg, hatte u. A. wegen Beleidigung der Sachverständigen, welche Gutachten gegen das Schächtverbot abgegeben, 100 Mk. Geldstrafe zu bezahlen. Schwennhagen, Ludwig A.F., ein Mitarbeiter der „Kreuzzeitung", ehemaliger freireligiöser Prediger, später von der „Staatsbürger-Zeitung" als im Dienste der Polizei stehend bezeichnet, wegen Diebstahls mit einem Tage Gefängniß bestraft, machte sich der Beleidigung des Finanzministers Dr. Miguel schuldig, flüchtete, wurde Mitte Oktober 1895 in Wien verhaftet und verbüßte später in Ratibor 6 Monate Gefängniß. Sedlatzek, Fritz, Graveur in Breslau, fabrizirte antisemitische Stempel und machte vorzugsweise mit jungen Leuten Geldgeschäfte, die solcher Art waren, daß er wegen Betruges in elf Fällen zu drei Jahren Gefängniß, 1000 Mk. Geldstrafe und dreijährigem Ehrverlust verurtheilt wurde. Das Reichsgericht hat aber das Urtheil der Breslauer Strafkammer aufgehoben. Sedlatzek, Karl, Bruder des Vorgenannten, ein Hauptheld des Rassen- und Familien-Antisemitismus, Redakteur des „Deutschen General-Anzeigers", wurde wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Festung, wegen Beleidigung zu 300 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Der Artikel „Fleisch für die Gojim" zog ihm einen Strafbefehl über 30 Mk. zu. Sedlatzek, Paul, ein Bruder der beiden Vorgenannten, in Breslau, sollte wegen Beihülfe zum Wucher und Betrug eine einjährige Gesängnißstrafe verbüßen. Sobe, Volksschullehrer, in Aue im Erzgebirge, vorher der Führer der Antisemiten in Brand bei Freiberg, wurde mehrerer an Schulkindern verübter Sittlichkeitsverbrechen überführt, wofür

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.