Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1896)
- Article
- Antisemiten-Galerie
- Date
- 1896-05-01
- Page
- 248 (sequence 6)
- Language
- German
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248 Im deutschen Reich. Eissing, Heinrich, der Führer der Antisemiten in Bocholt in Westfalen, ist wegen Nahrungsmittelfälschung mit einer Geldstrafe von 50 Mk.. belegt worden. Faaß, Redakteur des badischen Antisemitenblattes „Volksmacht", hatte wegen einer Kollektiv-Beleidigung jüdischer Aerzte und Rechtsanwälte 14 Tage Haft zu verbüßen. Feichtinger, Gemeinderath in Graz, Redakteur des antisemitischen „Extrablattes", hatte wegen Beamtenbeleidigung und Beleidigung einer jüdischen Tischgesellschaft 200 fl. Geldstrafe zu erlegen. Am 16. April wurde er unter der Beschuldigung mehrfacher Veruntreuungen verhaftet, die er zur Deckung der Unkosten seines Blattes verübt haben soll. Föbing, Georg, ein Mitarbeiter der antisemitischen „Hannov. Post", wurde wegen Beleidigung der Juden in Uelzen zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt. Fritsch, Theodor, antisemitischer Schriftsteller in Leipzig, Redakteur der „Antisemitischen Korrespondenz", wurde als Verfasser des „Antisemiten-Katechismus" wegen Gotteslästerung und Religionsbeschimpfung zu einer Woche Gefängniß verurtheilt. Fuhrmann, Th., der Führer der Antisemiten in Oedenburg, hatte eine 2 ^jährige Kerkerstrafe zu erleiden, weil er dem Grafen Esterhazy einen goldenen Teller gestohlen hatte. Fuß, Joh., Hilfspfarrer in Zselicz in Ungarn, wurde wegen Verbreitung der Garam Kis Salloer-Ritualmord-Lüge zu 14 Tagen Gefängniß und 50 Gulden Geldstrafe verurtheilt. <8übler, Carl, Schuhmachermeister und Volksamvalt in Gollnow, ein eifriger Antisemit, der als langjähriger Stadtverordneter, Vorsitzender der Ortskrankenkasse I, Vorsitzender der Viehversicherungsgesellschaft, Kassirer der Schützengilde, Vorstand der Schuhmacherinnung und Versicherungsagent thätig war, ist, weil Fehlbeträge bei der Ortskrankenkasse I, Schützengilde, Viehversicherung rc. im ungefähren Betrage von 1400 Mk. Vorlagen, steckbrieflich verfolgt worden und hat sich darauf freiwillig der Kgl. Staatsanwaltschaft gestellt. Geißler, Redakteur des antisemitischen „Deutschen Volksblattes" in München, erhielt für einen den Hauptmann der Reserve Schülein beschimpfenden Artikel 3 Monate Gefängniß, für