Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 4 (April 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1896-04-01
- Page
- 240 (sequence 9)
- Language
- German
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240 Im deutschen Reich. Die Versammlung erklärt, 1. daß diese Anordnungen mit der in Landesgesetz und Reichsverfassung verbürgten Gleichberechtigung aller religiösen Bekenntnisse nicht vereinbar und auch durch die Rücksicht auf konfessionelle Interessen nicht geboten sind, 2. daß sie eine Unbilligkeit gegen die bereits angestellten jüdischen Lehrkräfte enthalten, deren Amtsführung nach dem Zeugnisse ihrer Vorgesetzten zu dem von der Schulverwaltung gezeigten Mißtrauen keinerlei Anlaß geboten hat. Die Versammlung beauftragt den Vereins-Vorstand, im Sinne dieser Erklärungen eine Vorstellung an den Herrn Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten zu richten. Die Thätigkeit der Berliner Gruppen war in den letzten Wochen wiederum eine sehr rege. Diese enger begrenzten Versammlungen, in welchen die Herren I)i\ med. Jos. Lewy und Rechtsanwalt Rudolf Hahn Vorträge hielten, waren zahlreich besucht. An die Vorträge schloß sich jedes Mal eine lebhafte Diskussion, welche manche schätzbare Anregung bot. A. L. Briefkasten der Redaktion. N. M., Frankfurt a. M. Wenn wir uns auf eine Polemik mit dem „Israelit" überhaupt einlassen wollten, würde es genügen, auf die von ihm selbst in dem Eingang des Schmähartikels zugestandene Jdeengemeinschast mit dem Heidelberger Antisemitenblatt hinzuweisen. Was der „Israelit" an dem Artikel „Wissenschaftlicher Antisemitismus" rügt, ist uns deshalb höchst gleichgültig, weil wir bereits in unserem Februarheft eine Erwiderung des Herrn Bezirksrabbiners l)r. A. Lewin in Freiburg i. B. veröffentlicht und dadurch unseren unparteiischen Standpunkt gewahrt, außerdem aber in einer Fußnote den von dem Verfasser gebrauchten Ausdruck „Volk" auf besonderen Wunsch des Herrn Levinstein erläutert haben. Daß wir auf die Mitarbeit christlicher Männer verzichten zu sollen glauben, ist eine willkürliche und völlig irrthümliche Annahme des Verfassers des von Ihnen mit Recht beklagten Artikels. In unseren Versammlungen haben hochgeachtete christliche Männer wie Professor Pohlmann-Reuwied