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Im deutschen Reich · 1896-04-01 · Heft 4 (April 1896) · p. 226

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 4 (April 1896)
Article
Berlin
Date
1896-04-01
Page
226 (sequence 3)
Language
German
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22(3 3m deutschen Reich. Wegen Zeugnißverweigerung in einer Disziplinarsache gegen einen Amtsrichter, die auf Antrag des Redakteurs Schlesinger zu Breslau eingeleitet wurde, hat der bekannte Buchhändler Gustav Ad. Dewald als Verleger des Druckheftes, das der Amtsrichter derfaßt haben sollte, in den letzten Märzlagen eine sechstägige Hast im Moabiter Gefängniß verbüßt. II Spandau, 10. April. Der hiesige Kaufmann Kaiser, welcher bei Schildhorn erschossen aufgefunden worden ist, war Rendant der Krankenkasse Spandau-Land und einiger kleinerer Jnnungskassen. Die vorgenommene Revision hat bedeutende Fehlbeträge ergeben. Kaiser soll weit über seine Verhältnisse gelebt und seine Familie in traurigster Lage zurückgelassen haben. Hiesige Blätter behaupten, daß Kaiser ein eifriger Ahlwardt-Antisemit gewesen sei. 0 Breslau, 1. April. Der Graveur Fritz Sedlatzek wurde wegen Betruges in 11 Fällen zu drei Jahren Gefängniß, 1000 Mk. Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt, sein Bruder Paul Sedlatzek wegen Beihülfe zum Wucher in Verbindung mit Betrug zu 1 Jahr Gefängniß, 300 Mk. Geldstrafe und 1 Jahr Ehrverlust. X Oels, 10. April. Zwei unserer angesehensten Bürger, Herr Oberroßarzt a. D. Günther und Herr König!. Landmesser Mendelssohn, haben unsere Stadt verlassen und sind damit auch aus den städtischen Ehrenämtern ausgeschieden, die Herr Günther im Magistrats-, Herr Mendelssohn im Stadtverordneten-Kollegium seit einer Reihe von Jahren bekleidet und mit Eifer und Fleiß verwaltet haben. Ihnen zu Ehren veranstalteten die Spitzen der Behörden ein Abschiedsessen, an dem sich die Mitglieder beider städtischer Kollegien vollzählig betheiligten. Auch seitens der Oelser Synagogen-Gemeinde, deren Vorsteher Herr Mendelssohn bisher war, sowie in der Generalversammlung des Vorschuß-Vereins zu Oels, dessen Aufsichtsrathsmitglied er 30 Jahre hindurch gewesen ist, wurden dem Scheidenden herzliche Ovationen dargebracht. Q Gnesen, 15. April 189(3. Die „Gnesener Zeitung" schreibt: „Vor einiger Zeit brachten wir die Notiz von der Verurtheilung des Rabbiner Silber zu Wonwolizi (Polen) wegen Wuchers zu 6 Monaten Gefängniß. Wie wir nunmehr aus durchaus glaubwürdiger -Duelle erfahren, ist derselbe in der Berufungsinstanz gänzlich freigesprochen worden. Wir stellen also fest, daß der pp. Silber intakt aus der Sache hervorgegangen ist." £ Koschmin, 14. April. Der „Deutschen Tageszeitung" wurde aus der „Provinz Posen" Folgendes geschrieben: „Als ein Beweis, wie hier mit den mächtigen Semiten schön gethan wird, er'

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