Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 3 (März 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1896-03-01
- Page
- 183 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereinsnachrichten. 183 geschloffen, welche in den Annalen des Central-Vereins sicher eine hervorragende Bedeutung behalten wird. In den Berliner Gruppen des Central-Vereins zeigte sich im Monat März das regste Interesse für die Vereinssache. Am L6. März fand in den „Königs-Sälen", Neue Königstr. 26, eine gutbesuchte Versammlung der in N. und NO. wohnenden Vereins-. Mitglieder unter dem Vorsitz des neugewählten Obmannes, Herrn Dr. Jul. Moses, statt. In einem einstündigen Vortrage sprach Schriftsteller Alphonse Lern) über den historischen Ursprung und die poetische Fortbildung der Ahasver-Sage. Die darauf folgende Diskussion betraf nicht diesen Vortrag, sondern die jetzt die Gemüther tief bewegende Frage der Stellung der jüdischen Lehrer und Lehrerinnen und schloß mit der Kundgebung des Vertrauens zu dem Vorstand des Central-Vereins ab, daß derselbe die Lösung dieser Frage mit aller Energie betreiben werde. — Die im C. wohnenden Vereinsmitglieder veranstalteten am 24. März eine Versammlung im „Münzhof", Münzstraße 20, bei der Herr Rechtsanwalt Rudolf Hahn über „Die Neigung der Juden zum Verbrechen" sprach. — Am Abend des 26. März wird in Dräsel's Festsälen, Neue Friedrichstr. 35, eine allgemeine Versammlung des Central-Vereins stattfinde.r, in welcher die „Stellung der jüdischen Lehrer und Lehrerinnen" zur Besprechung gelangen soll. Die Angelegenheit, mit welcher sich der Vorstand seit vielen Monaten unter sorgsamster Erwägung aller einschlagenden Rechtsfragen eingehend beschäftigte, ist jetzt in ein Stadium gelangt, welches es dem Verein zur Pflicht macht, öffentlich Stellung zu einer Frage zu nehmen, welche nicht nur die Existenz der zunächst Betroffenen und deren wohlerworbene Rechte ernstlich bedroht, sondern die Ehre der gesummten deutschen Juden und die ihnen zugesicherte Parität auf das Empfindlichste berührt. Dabei können, dabei dürfen wir nicht schweigen — uns gab ein Gott zu sagen, was wir leiden! L.