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Im deutschen Reich · 1896-03-01 · Heft 3 (März 1896) · p. 170

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 3 (März 1896)
Article
Vereinsnachrichten
Date
1896-03-01
Page
170 (sequence 1)
Language
German
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170 Uereiirsrmchrichten. In der von dem Central-Verein veranstalteten dritten Delegirten- Bersammlung, welche am Montag, den 24. Februar, Abends 8 Uhr, in Cassel's Hotel, Burgstr. 16, stattfand, waren die Synagogen-Gemeinden zu Bielefeld, Chemnitz, DarmstadL, Dirschau, Dresden, Eisenach, Gotha, Graudenz, Jeßnitz, Köpenick, Kolberg, Kiel, Lübeck, Magdeburg, Neumark i. W.-Pr., Neutomischel, Offenbach, Oppenheim, Ortelsburg, Pyritz, Schönebeck, Weilburg, Wriezen, Würzburg, Zempelburg u. s. w. vertreten. Nachdem der Vorsitzende des Central - Vereins, Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz die Erschienenen begrüßt und auf den Zweck der Versammlung kurz hingedeutet hatte, erhielt der stellvertretende Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs das Wort zu einem „die Ziele und Bestrebungen des Central-Vereins" erläuternden Vortrage. Redner bezeichnete es angesichts der Mitgliederzahl und der von Tag zu Tag wachsenden Aufgaben des Vereins als überflüssig, über die Daseinsberechtigung des Vereins noch Worte zu verlieren. Im Zeichen der Interessengruppen stehend, habe man es nöthig gefunden, eine Interessen-' gruppe aller deutschen Juden zu bilden, nicht zu dem Zwecke der Absonderung, sondern zur Wahrung berechtigter, dem Interesse der Gesammtheit nicht entgegenstehender Interessen, nicht um Sonderrechte oder Bevorzugung, sondern nur um das zu verlangen, was die Verfassung gesetzlich verbürgt. Die Bestrebungen des Central - Vereins decken sich tatsächlich mit dem wohl verstandenen Interesse des gesammten Vaterlandes; unsere Emanzipation, die wir vertheidigen, ist kein unverdientes, willkürlich geschaffenes Privileg, sondern das Produkt einer jahrhundertelangen Kulturentwickeluna. Nicht nur die Juden haben ein Interesse daran, daß an der Rechtsordnung, dem Fundamente des Staates, nicht gerüttelt wird und die Grundrechte der Verfassung Wahrheit werden. Thron und Negierung müssen in gleicher Weise Hüter der Rechtsordnung sein: „Recht muß Recht bleiben!" habe der Kaiser gesagt und ein Anderes wollen auch die Juden nicht. Nach langer Unthätigkeit hätten die Juden sich überzeugt, daß nur die jüdische Gesammtheit berufen und im Stande sei, die Sache der Juden zu führen. Die Gesammtheit habe sich zu vertheidigen.

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