Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1896)
- Article
- Berlin
- Date
- 1896-02-01
- Page
- 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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3m deutschen Reich. KO Stelle gemacht haben wollte. Am 17. November wurde dieser Artikel in dem antisemitischen „Deutsch. Generalanz." abgedruckt und dabei gerügt, daß der Name des Prinzipals nicht genannt worden sei. Der „Generalanz." sei in der Lage, dies nachzuholen, der saubere Patron, der die schandbare Handlung begangen habe, sei der Kaufmann Max Manheim, Frankfurter Allee 85. Der so an den Pranger Gestellte war wie aus den Wolken gefallen, als ihm der Artikel zu Gesicht kam. Das einzige Wahre in dem Artikel war, daß er im September v. I. durch die „Voss. Ztg." eine Verkäuferin gesucht und gefunden hatte. Er erstattete gegen.den Redakteur des „Generalanz." Karl Sedlatzek Anzeige wegen Beleidigung. Der Angeklagte sprach sein Bedauern darüber aus, daß er den Mittheilungen seiner sonst zuverlässigen Gewährsmänner Vertrauen geschenkt habe, er räume ein, daß der Zeuge Manheim sich eines guten Rufes erfreue und das Opfer einer Personenverwechselung geworden sei. Der Gerichtshof hielt mit dem Staatsanwalt die Fahrlässigkeit des Angeklagten für eine sehr grobe und ahndete sie mit 300 Mk. Geldstrafe. Sedlatzek hat dagegen Revision eingelegt und nachträglich einen anderen „jüdischen Konfektionär" beschuldigt, der Attentäter zu sein. C? Köln, 15. Februar. Die am 26. vor. Mts. hier erfolgte Auffindung der Leiche der Ehefrau Laven hat das „Deutsche Volksblatt" in München zu einer von dem „Deutschen General-Anzeiger in Berlin" abgedruckten, mit der Spitzmarke „Geschächtet" versehenen Notiz veranlaßt, in welcher der angebliche ehemalige Schächter Salomon Salomon als Mörder bezeichnet wird. Thatsächlich ist aber Salomon Salomon, der mit der Ermordeten verkehrt hat, nur sistirt, als Zeuge vernommen und dann sofort wieder entlassen worden, während als muthmaßlicher Mörder der Laven ein gewisser Georg Fuß in Frankfurt a. M. verhaftet wurde. Es ist für die Ritualmord-Erfindungssucht des „Deutschen General- Anzeigers" bezeichnend, daß dieses Blatt noch am 12. Februar den „Schächter" Salomon Salomon des Mordes beschuldigte, während die von der Redaktion dieses Antisemitenblattes zweifellos gelesene antisemitische „Deutsche Wacht" schon am 6. Februar von hier aus folgenden Bericht erhalten und veröffentlicht hatte: „Bei dem Verhör vor dem Untersuchungsrichter wurde Fuß mit mehreren Inhabern von Messerhandlungen konfrontirt. Die Verdachtsmomente gegen Fuß mehren sich derart, daß man annehmen darf, in ihm den wirklichen Mörder der Ehefrau Laven gefaßt zu haben. Der Mord wird qualifizirt als Lustmord. Durch Bahnbeamte ist festgestellt worden, daß Fuß nach vollbrachter Thal Morgens 7 Uhr nach Frankfurt a. M. abreifte. Er beabsichtigte, nach Rumänien zu entfliehen, als die Polizei ihn verhaftete." H Osnabrück, 15. Februar. Der Wahlkreis Osnabrück-Bersenbrück-