Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1896-01-01
- Page
- 74 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316611-2316613-2318041--00738-2318150- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
74 3m deutschen Reich. Der Redner wies sodann nach, daß seinerzeit nach mosaischem Rechte in Palästina alle Nichtjuden vollberechtigte Bürger waren, sofern sie nur die sogenannten „Noachidischm" Sittengesetze befolgten. Herr Dr. Hildesheimer berichtete dann über den Gang des Prozesses, der zwischen ihm und dem Dresdner Bilderbogen-Fabrikanten Glöß sich abgespielt hat und bezeichnete es am Schlüsse seiner mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen als dankenswerthen Erfolg des Central-Vereins, daß in den Juden das Selbstbewußtsein und der feste Wille rege geworden, ihr Recht zu wahren und ihre Ehre nicht durch die Gosse schleifen zu lassen. —- Von Herrn M. A. Klausner ging uns folgendes Schreiben zu: „Auf Seite 328 der Nr. 6 Ihrer gesch. Zeitschrift lassen Sie in dem Bericht über die Versammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens vom 3. Dezember v. I. mich von dem „Juristenrecht" sprechen, „das sich mit dem einfachen Laienverstand in Widerspruch setze" und schreiben mir ferner die Aeußerung zu: „Cs sei z. B. zu wünschen, daß die Analogie zwischen Gotteslästerung und Majestätübeleidigung mehr als bisher Beachtung findet, überhaupt künftig die Urtheile weniger von Scharfsinn als von objektiver Gerechtigkeit zeugen möchten." Unter Berufung auf $ 11 des Paßgesetzes fordere ich Sie auf, in der nächsten Nummer Ihrer Zeitschrift, an der gleichen Stelle und aus gleicher Schrift der Berichtigung Raum zu geben, daß ich das nicht gesagt habe, was Ihr Bericht mich sagen läßt." — Wir kommen der Aufforderung des Herrn Klausner ohne Weiteres nach und enthalten unü jeder Rechtfertigung unseres Berichterstatters, da .Herr Klausner selbst in einem vom 5. Januar d. I. datirtcn Schreiben erklärte: „Mit den Schwierigkeiten besonders einer knappen Berichterstattung vertraut, habe ich weit mehr Anerkennung für das, was Sie im vorliegenden Falle auf diesem Gebiete geleistet, als Bedauern darüber, daß durch die nothwendige Kürze Ziel und Kern meiner Ausführungen nicht zum rechten Ausdruck gelangen." Die im 8. und 80. Berlins wohnenden Vereinsmitglieder versammelten sich am 2U. Januar in den „Oranienhallen", Oranienstraße 51. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Schriftstellers Alphonse Levy: „Der Ewige Jude und das Judenthum."