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Im deutschen Reich · 1896-01-01 · Heft 1 (Januar 1896) · p. 68

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 1 (Januar 1896)
Article
Vereinsnachrichten
Date
1896-01-01
Page
68 (sequence 1)
Language
German
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68 Nereirrsrrachrichterr. Die am Dienstag, den 7. Januar d. I. im „Albrechtshof", Berlin W., Friedrich-Wilhelmstr. 13, abgehaltene Bersammlung der im Westen wohnenden Mitglieder des Central-Vereins war so zahlreich besucht, daß sich die zur Verfügung stehenden Räume als ungenügend erwiesen. Herr Oberlehrer Dr.J. Schneider begrüßte die Erschienenen und ertheilte dann das Wort Herrn Gustav Levinstein aus Groß-Lichterfelde, desien Vortrag „Ueber wissenschaftlichen Antisemitismus" lebhaften Beifall der Anwesenden fand und auf vielfachen Wunsch in diesem Hefte vollständig wiedergegeben wird. Herr Dr. Schneider dankte dem Vortragenden und betonte die Nothwendigkeit, derjenigen Scheinwissenschaft, welche den Judenhaß immer wieder auf's Neue anfacht, auf wissenschaftlichem Gebiete kräftig entgegenzutreten. An der sehr regen Diskussion, welche theils sich an den Vortrag anknüpfte, theils allgemeine Vorschläge zur Bekämpfung des Antisemitismus betraf, betheiligten sich wiederholt die drei anwesenden Vorstandsmitglieder, die Herren Rechtsanwalt Dr. Horwitz, Oberlehrer Dr. Schneider, Rechtsanwalt Dr. Rich. Alexander-Katz, sowie die Herren Dr. C. Köhne, H. Pariser, Joseph Lande, Rechtsanwalt Dr. M. Lövinson und Oberlehrer Dr. M. Schaefer, so daß der Schluß der Versammlung erst kurz vor Mitternacht erfolgte. Dem mit der jetzigen ungünstigen Jahreszeit begründeten Wunsch zahlreicher Synagogen-Gemeinden, die auf den 20. d. M. anberaumte dritte Delegirten - Versammlung auf einen späteren Termin zu verlegen, glaubte der Vorstand des Central-Vereins Rechnung tragen zu müssen, um möglichst vielen Vertretern von Synagogen-Gemeinden die Theilnahme zu ermöglichen. Die betreffende Versammlung soll nun bestimmt am Montag, den 24. Februar, hier stattsinden. Zu derselben werden sich hoffentlich zahlreiche Vertreter der Synagogen-Gemeinden der westlichen und südlichen Bezirke des deutschen Reiches einsinden, um über den Stand der Abwehrbestrebungen in ihrer Heimath mündliche Auskunft zu geben und über die weitere Förderung der „Selbstvertheidigung im vollen Lichte der Öffentlichkeit" mit den Vertretern des Eentral-Vereins zu berathen. Daß der Verein jetzt bereits gegen 30. korporativ beigetretene Synagogen-Gemeinden und fast 0200 Einzelmitglieder umfaßt, ist sicher zum Thcil dem lebhaften Interesse zu verdanken, welche die hier stattgehabten beiden ersten Delegirten-Versammlungen in weiteren Kreisen erweckt haben.

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