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Im deutschen Reich · 1896-01-01 · Heft 1 (Januar 1896) · p. 61

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 1 (Januar 1896)
Article
Stettin
Date
1896-01-01
Page
61 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 61 raden bereit. Die Red. der „Parole".) — Der angefeindete Jude, Herr Max Bernstein in Bollinken 12, welcher auf Veranlassung des Herrn Gendarmerie-Wachtmeister Nutzen in Bollinken zuerst für den armen Veteranen clntrat und die Sammlungen anregte, ist Vorsitzender des Kriegervereins zu Frauendorf bei Stettin. Er hatte einmal eine geschäftliche Differenz mit Herrn Gutsbesitzer Behnke, welche deffen Ausfälle gegen ihn erklärlich machte. ** Bahn b. Greifenbagen, 16. Januar. Am Sonntag, den 12. d. M., hat hier in dem von dem früheren Färber Herrn O. Papke am 1. Oktober v. I. erst erworbenen Stadtparksaale eine von etwa 100 Personen besuchte antisemitische Versammlung stattgefunden, welche von dem Bauernhosspächter Papke aus Altgrepa eröffnet wurde. Der bekannte antisemitische Parteisekretär Herr Böckler-Stettin sprach drei Stunden hindurch über: „Der Nothstand im .Handwerk, in der Landwirthschaft und im Arbeiterstand." Der konservative „Bahner Anzeiger" bemerkt in seinem Bericht: „Hier bestehen irgend welche, durch die Juden hervorgerufene Mißstände, soweit unsere Kenntnisse reichen, nicht. Die wenigen hiesigen Juden sind nach jeder Richtung hin achtbare Leute, die gleich uns auf ehrliche Weise ihr tägliches Brod erwerben. Wir in Bahn haben also vorläusig wirklich keine Veranlassung, gegen unsere jüdischen Mitbürger Front zu machen." cP Rakel, 22. Januar. Anläßlich der Reichsjubiläumsseier fand hier im Hotel du Nord ein Festessen statt. Bei demselben ließ sich der Rittergutsbesitzer Ritter aus Gregau im Laufe des Gesprächs zu der Aeußerung Hinreißen, daß sein vom Amtsgericht Rakel wegen einer Übertretung zu drei Tagen verurtheilter Knecht diese Strafe nicht erhalten hätte, wenn den Vorsitz in jener Gerichtsverhandlung nicht ein Jude, nämlich der an dem Festmahle theilnehmende Herr Gerichtsassessor Wollstein geführt hätte. Als bald darauf sich beide Herren in einem Nebenzimmer trafen, versetzte W. seinem Gegner eine Ohrfeige, welche von Letzterem erwidert wurde, worauf der Assessor vom Rittergutsbesitzer eine Forderung auf Pistolen erhielt. Während bei dem im Potulitzer Walde stattgehabten Duell Ritter unverletzt blieb, erhielt W. einen Schuß in die rechte Seite. Die Aerzte hoffen den in die Professor von Bergmännische Klinik nach Berlin gebrachten Verletzten am Leben erhalten zu können, doch ist immerhin eine schwere Operation erforderlich. tz Birnbaum, 15. Januar. Vor einigen Wochen ging sämmtlichen hiesigen christlichen Turngenossen ein Aufruf zu, in welchem gesagt wurde: „Der Männer-Turnverein veranstaltet hierselbst am zweiten Weihnachtsfeiertage, Abends, einen geselligen Weihnachtsabend. "Run würde dies ja nicht so auffallend sein, wenn sich nicht bei diesem Vereine eine Anzahl deutscher

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