Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1896)
- Article
- Stettin
- Date
- 1896-01-01
- Page
- 60 (sequence 2)
- Language
- German
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60 3m deutschen Reich. beit, hat sich Buchwald zu solchem Reklameschwinbel ausgesucht und es ist unerhört, baß anständige Zeitungen aus einem Judenblättchen in Stettin solche Unwahrheiten bringen, ohne sich vorher nach dem wahren Sachverhalt erkundigt zu haben. Es wird noch verschiedene Nachspiele geben. Buchwald hat den Feldzug allerdings mitgemacht und das Eiserne Kreuz erhalten, letzteres aber nicht wegen der verlorenen Fahne. Die Gaben kommen jetzt hausendick, in einigen Tagen sind 400 Mark an ihn selbst geschickt, und wie viel an seinen jüdischen Freund? Wie ich gehört habe, sollen es Tausende von Mark sein. Ob der Jude mit ihm theilt, weiß ich noch nicht. Es ist ein Schwindel, der die Oeffentlichkeit schädigt, ohne Gleichen. Buchwald ist seit vorgestern nicht mehr auf Arbeit gekommen und, wie sich jetzt herausstellt, hat er sich aus diesem Anlaß mit einer Wittwe verlobt und wird wohl als Rentier munter leben. Ich freue mich, daß ich von solchem Menschen jetzt befreit bin, der mir so viel Blamage gebracht hat. Hochachtungsvoll B .. ., Gutsbesitzer." Die „Hannöv. Post" bemerkt dazu: „Wo jeder vaterlandsliebende Deutsche selbstlos für seine theure Heimath und deren Beschützer Opfer bringt, ist Israel eifrig dabei, ein Geschäft zu machen und die edle Begeisterung, die in dieser Zeit durch unser Vaterland zog, in schamloser Weise auszubeuten." — Wo die Schamlosigkeit liegt, wird sich wohl erst noch zeigen! Die „Stettiner Abendzeitung" hat berichtet, daß der Veteran Buchwald ein dortiges Blatt, welches ihn auf das Gröblichste beschimpfte, verklagt hat und daß die bevorstehende Gerichtsverhandlung es auch Herrn Major Gaede, den Vorsitzenden des 5. Bezirks Pommern des deutschen Kriegerbundes, bedauern lassen werde, ohne genügende thatsächliche Unterlage eine offizielle Erklärung bezüglich der „Legende des Helden von Dijon" in die Welt geschickt zu haben. Die von der „Parole", der amtlichen Zeitung der „Korporation Deutscher Kriegerbund" am 13. Dezember 1895 gebrachte Erklärung des Herrn Dr. F. Kienitz-Gerloff, Oberlehrer an der Landwirthschaftsschule zu Weilburg a. L., Hauptmann der Landwehr L, Schriftführer des Kriegervereins zu Weilburg und Mitkämpfer von 1870/71, schloß mit den Worten: „Auch ich kann es nicht für wünschenswerth halten, daß ein Mann, der in der bekannten Weise für die Rettung der Fahne sein Leben in die Schanze geschlagen hat und dessen Heldenthat durch eines der ergreifendsten Gedichte aus der großen Zeit gepriesen wird, in seinem Alter in einer materiell so kläglichen Lage bleibe (Sehr wahr! Die Red. der „Parole") und ich habe her sofort Schritte zu einer Geldsammlung gethan, zu der auch unser Kriegerverein aus seiner Kasse einen Beitrag bewilligt hat". (Auch wir erklären uns unter diesen Umständen gern zur Empfangnahme von Liebesgaben für den nunmehr vollständig einwandsfrei dastehenden Käme-