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Im deutschen Reich · 1896-01-01 · Heft 1 (Januar 1896) · p. 56

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 1 (Januar 1896)
Article
Berlin
Date
1896-01-01
Page
56 (sequence 1)
Language
German
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56 Korrespondenzen. * Berlin, 19. Januar. In dem kürzlich erschienenen 4. Bande der von dem „Verein für Sozialpolitik" herausgegebenen Untersuchungen über die Lage des Handwerks in Deutschland befindet sich eine Studie über das „Tischlergewerbe in Berlin" von Paul Voigt. Darin heißt es (IV, S. 377): Was die Konfession anbetrifft, so waren in Prozenten der Gesammtzahl aller Erwerbsthätigen: Von den Erwerbsthätigen in der in in der Holzindustrie waren allen Holzin der jed. Gewerben Industrie Prozenten Gesammtzahl Konfession Arbeitgeb. Selbstständ. Abhängige Evangelisch 84,6 78,6 9,4 6,6 84 Katholisch 10,3 10,3 6,7 4,3 80 Juden 4,8 1,05 3,5 1,9 46 Dissidenten 0,25 1,05 8,5 4,6 86,0 Die Juden befinden sich also in weit günstigerer Position, als alle übrigen Konfessionen, was ja nicht Wunder nehmen kann, da die Klasse der Wohlhabenden unter ihnen besonders zahlreich vertreten ist. Immerhin ist ihr Antheil an den Abhängigen größer, als mancher vielleicht erwartet hätte. Das jüdische Element in der Holzindustrie ist in der Vermehrung begriffen. 1888 wurden 189 Juden und zwar 75 Arbeitgeber, 48 Selbstständige und 66 Abhängige, 1889 wurden 412 Juden und zwar 143 Arbeitgeber, 78 Selbstständige und 191 Abhängige gezählt. Die Zahl der Abhängigen. ist also am meisten gestiegen. Die Juden haben sich in jeder Kategorie viel schneller als die übrigen Konfessionen vermehrt. Denn es waren Juden in Prozenten jeder Klasse: Arbeitgeber Selbstständige Abhängige 1880 2,9 pGt. 1,7 0,3 1890 4,0 pCt. 3,0 0,6 Als die „Deutsche Tageszeitung" kürzlich bei Wiedergabe einer über die soziale Stellung der Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde Aufschluß gebenden Liste zunächst die.in der Liste verzeichneten 327 jüdischen Handwerker gänzlich wegließ, um die Bemerkung machen zu können, „Handwerker scheinen nicht darunter zu sein!", wurde sie bald eines Besseren belehrt und berichtigte bald darauf ihre erste Angabe durch die nachträgliche Verzeichnung der 327 jüdischen Handwerker.

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