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Im deutschen Reich · 1896-01-01 · Heft 1 (Januar 1896) · p. 34

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 1 (Januar 1896)
Article
Der Uebertritt ein Unglück
Date
1896-01-01
Page
34 (sequence 1)
Language
German
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84 Der Uebertritt ein Unglück. ^Der vor wenigen Wochen verstorbene französische Staatsmann EK- und Philosoph Barthölemy St. Hilaire, desien politische Thätigkeit uns Deutschen'besonders sympathisch sein muß, weil er als Minister des Auswärtigen im Jahre 1880 für einige Zeit statt des Revanchegedankens das Streben nach Vermittelung und Aussöhnung mit Deutschland zur. Richtschnur der französischen Politik machte, schrieb im Jahre 1884 an den Wiener Gelehrten I. Singer, der ihm seine Schrift „Sollen wir Juden Christen werden?" übersandt hatte, folgende Antwort: Paris, Boulevard Flandrin 4, 28. April 1884. Geehrter Herr! Ich zögere nicht. Ihnen zu erwidern: „Nein; niemals sollen die Juden Christen werden." Ich würde diesen Uebertritt für ein unermeßliches und nicht wieder gut zu machendes Unglück für die Menschheit betrachten. Es giebt kein Volk in der Welt, das ein so sehr in die Augen springendes Beispiel von zäher Ausdauer und unerschütterlicher Glaubenstreue abgegeben hätte, als das jüdische Volk; es giebt keine Nation, die einen so mächtigen religiösen Einfluß auf die Menschheit ausgeübt hätte, wie Israel. Ihre Bibel mit der Genesis und den Psalmen ist bei Weitem das größte Buch unter den heiligen Büchern der Nationen, und sie ist es, die das jüdische Volk zum „Volke Gottes" macht. Derjenige Tag, an welchem die Juden Christen würden, wäre ein unglückseliger Tag; und die Lücke, welche durch diese Abschwörung des jüdischen Glaubens seitens der Juden entstehen würde, könnte niemals ausgefüllt werden. Die Juden müffen eben unter Beibehaltung ihres Glaubens, der mehr als drei Jahrtausende alt ist und in dem selbst dieser lange Zeitraum keine wesentliche Ver-

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