Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1896)
- Article
- Die Kriminalität der Juden in Deutschland
- Date
- 1896-01-01
- Page
- 31 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316611-2316613-2318016--00653-2318107- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Kriminalität der Juden in Deutschland. 31 Wirkung gerade auf die Juden die Ausbreitung ver Kultur in Oesterreich hat, und es bleibt der Ausbreitung der Kultur in einzelnen Kronländern, vor Allem in Galizim, noch ein weiter Spielraum. Faßt man die Ergebnisie der österreichischen Statistik zusammen, so ergiebt sich Folgendes: Die Generalsumme zeigt sich für die Beurtheilung der Juden durchaus günstig. Die einzelnen Unterabtheilungen, bei denen die Juden in stärkerer Weise, als ihrer Vertretung in der Bevölkerung entsprechen würde, betheiligt sind, waren solche, die im Wesentlichen die Rubriken der kaufmännischen Delikte enthalten. Dies berücksichtigt, ergiebt sich, daß die Antheilnahme der Juden an diesen Delikten zwar Schwankungen gegenüber der Antheilnahme nichtjüdischer Kaufleute und Handeltreibender aufwest, bald etwas zu Gunsten, bald etwas zu Ungunsten der Juden, aber keine Abnormitäten. Endlich bildet die absolute und relative Abnahme der Kriminalität der Juden in Oesterreich eine besonders erfreuliche Erscheinung. Vergegenwärtigt man sich die Erläuterungen, welche den Ergebnissen der deutschen Kriminalstatistik hinzugefügt worden sind, und vergleicht man damit die Ergebnisie aus dem Königreich Sachsen und aus dem österreichischen Kaiserstaat, so hat man eine Beweiskette, die an Schlüssigkeit schwerlich etwas zu wünschen übrig läßt. Es bleibt noch die Frage zu erörtern übrig, bis zu welchem Grade die jüdische Kriminalität ein getreues Spiegelbild der thatsächlich von Juden begangenen Vergehen und Verbrechen darstellt. Es ist selbstverständlich, daß die Kriminalstatistik immer nur annähernd den thatsächlich vorhandenen kriminellen Zustand einer Bevölkerung zur Darstellung bringt. ' Eine Anzahl von Vergehen und Verbrechen gelangen überhaupt nicht zur Aburtheilung, und in anderer Beziehung giebt es unschuldig Verurtheilte einerseits, und andererseits solche, die sreigesprochen werden, weil die Beweislast gegen sie nicht ausgereicht hat, obgleich sie schuldig sind. Dian hat nun die Behauptung ausgesprochen, daß das Bild, welches die Kriminalität der Juden giebt, unter allen Umständen ein zu günstiges sei, weil es den Juden gelänge, in besonders hohem Prozentsatz Freisprechungen zu erzielen, wenngleich der