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Im deutschen Reich · 1895-12-01 · Heft 6 (Dezember 1895) · p. 324

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 6 (Dezember 1895)
Article
Vereinsnachrichten
Date
1895-12-01
Page
324 (sequence 9)
Language
German
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324 Im deutschen Reich. Verhältnisse des Vereins aus und schloß sich dem Wunsche des Vorredners an, daß mit der wachsenden Mitgliederzahl auch die Mittel des Vereins zunehmen und dem letzteren eine Entfaltung seiner Wirksamkeit ermöglichen möchten. Der Vorsitzende wies dann auf die allmonatlich stattgehabten Vorstands-Sitzungen, die außerordentlich große Zahl der Kommissions-Sitzungen, sowie auf die im verflossenen Vereinsjahre veranstalteten allgemeinen und Gruppen - Versammlungen hin, von welch letzteren in Berlin nahezu 20 stattfanden. In dem Geschäftsberichte fortsahrend, bemerkte der Redner, daß von der Absicht, behufs Bekanntmachung der Vereinsbestrebungen Wanderredner nach außerhalb zu entsenden mit Rücksicht auf die Kostspieligkeit dieser Art der Agitation zunächst Abstand genommen worden sei. Der Vorstand habe auch gemeint, daß es vorzugsweise Pflicht der Vorstände der jüdischen Gemeinden sei, sich über die von ihm vertretene gute Sache zu orientiren. (Zustimmung.) Aus dieser Erwägung hat der Vorstand zunächst den Versuch gemacht, Delegirte von jüdischen Gemeinden der Provinz Schlesien um sich zu versammeln. Am 6. Oktober d. I. habe hier in Berlin ein mündlicher Gedankenaustausch mit zahlreichen Vertretern schlesischer Gemeinden stattgefunden, welche versichert hätten, daß sic, erfüllt von unseren Ideen, bestrebt sein würden, in ihrer Heimath weitere Mitglieder für den Central-Verein zu werben. Am Abend des 2. Dezember sei in einer zweiten Delegirten- Versammlung eine ganze Reihe von Vertretern jüdischer Gemeinden aus dem Osten des Reiches um den Vorstand versammelt gewesen, welcher die Genugthuung gehabt, daß auch diese Herren, von welchen einige bisher von unseren Bestrebungen nichts gewußt hätten, einige ihnen sogar abhold gewesen seien, als begeisterte Anhänger unserer Sache von Berlin geschieden seien. (Beifall.) Noch vor Einberufung dieser Versammlungen habe aber ohne Anregung unsererseits bereits eine Anzahl von Vorständen jüdischer Gemeinden es als ihre Pflicht erachtet, korporativ Mitglieder des Vereins zu werden. Wenn sich selbst dadurch etwa das eine oder andere Mitglied jener Gemeinden abhalten lassen sollte, dem Verein persönlich beizutreten, so sei es doch wünschenswerth, daß recht bald alle jüdischen Gemeinden Deutschlands ihrer unabweisbaren Pflicht nachkämen, korporative Mitglieder zu werden und den Verein zu einer Vertretung der gesammten Juden Deutschlands zu machen. (Beifall.) Die Zahl der Einzelmitglieder des Vereins sei im letzten Jahre von 3400 auf ca. 5000 gestiegen, was bei der Vermehrung der Mittel eine größere ThäLigkeit ermöglichte, dem Vorstande aber auch eine bessere Information über die Vorgänge im ganzen Reiche verschaffte. Von der Thätigkeit der Rechtsschutz-Kommission sei der Versammlung schon ein umfassendes Bild gegeben worden. Der Verein habe aber auch in anderer Weise eingegriffen,

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