Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 5 (November 1895)
- Article
- Belhagen und Klasing's Monatshefte [Rezension]
- Date
- 1895-11-01
- Page
- 277 (sequence 4)
- Language
- German
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Bücherschau. 277 5. B. Mos. 10, 19: Und ihr sollt den Fremdling lieben; denn Fremdlinge wäret ihr im Lande Aegypten. 5. B. Mos. 24, 27: Du sollst nicht beugen daS Recht einek Fremdlings, u. a. Und wenn diesen Stellen eine andere entgegengehalten wird, wo es. heißt: Von den Fremden darfst du Zins nehmen, nicht aber von den Einheimischen, so will ich nicht antworten mit Stellen wie Ep. Paul. Kal. 0,10: „Lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an deö Glaubens Genossen" oder geradezu gehässigen Stellen aus Kirchenvätern; denn jene Stellen des Alten Testaments betreffen gar nicht das Gebiet der Wohlthätigkeit, sondern das des geschäftlichen Verkehrs. — Und wie steht eö um die Ausübung der Mildthätigkeit im täglichen Leben? Ist es nicht die völligste Parteioerblendung, wenn Fernand behauptet, die Wohlthätigkeit der Juden beschränke sich aus die Glaubensgenossen oder frage überhaupt nach dem Glaubensbekenntnis;? Jede einzelne Sammelliste, jede beliebige Wohlsahrtseinrichlung kann den Herrn über die Unrichtigkeit seiner Behauptung belehren — wenn er sich belehren lassen will. — Aber die im. Eingang erwähnte Weigerung der Redaktion von Velhagen u. Klasing'o Monatsheften, eine sachliche Entgegnung aufzurrehmen, zeigt, wie wenig man aus jener Seite gelvillt ist, Gegengründe zu hören und die eigelle Meinung auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Alan reitet den Alltiselnitismus als Steckenpferd, wie man irgend eine andere Mode der Zeit mitmacht, und hat dabei sogar noch die Möglichkeit, sich mit einem patriotischen Mäntelchen zu schmücken. Unsere Sache aber ist eS, ilnmer wieder und wo eS auch sein mag, allen grundloser: Angriffen auf unsere Religion oder auf unser bürgerliches Recht sachlich aber entschieden entgegen zu treten und Phrasen und Unwahrheiten als das zu kennzeichnen, was sie sind. Berlin, im November 1895. Julius Schneider. Für die Rubrik: Bücherschau, bitten wir die .Herren Verleger um Einsendung von Schriften, die sich zur Besprechung in der Zeitschrift „Im deutschen Reich" eignen. Die Redaktion. -.*