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Im deutschen Reich · 1895-11-01 · Heft 5 (November 1895) · p. 238

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 5 (November 1895)
Article
Sollen wir obligatorischen Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen erstreben?
Date
1895-11-01
Page
238 (sequence 8)
Language
German
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238 Im deutschen Reich. staatlich gebilligten Lehrbücher das Gerede von der jüdischen „Geheimlehre", das so viel Schreckliches zu berichten weiß und schon zu Petitionen an den Reichstag uns zu Debatten im Herrenhaus gefüyrt hat, endlich verstummen müßte. Freund und Feind werden sehen, daß es eine jüdische Geheimlehre nicht giebt, daß unsere Religionsbücher eine Sittenlehre enthalten, die keine Prüfung und keinen Vergleich mit irgend einer anderen zu scheuen hat. Vielleicht wird auch mancher Christ, der bethört durch jenes Schreckgespenst der jüdischen Geheimlehre, jetzt ein überzeugter Feind der Juden ist, dadurch zur Aufklärung und zu einer richtigeren Beurtheilung des Judenthums und der Inden gelangen. Nicht schwer dürste es schließlich sein, den maßgebenden staatlichen Behörden den Nachweis zu führen, daß das, was wir als unser staatsbürgerliches Recht verlangen, die Einordnung des jüdischen Religionsunterrichts in die Lehrverfaffung der öffentlichen Schulen, zugleich in vielfachen Beziehungen dm staatlichen Interesse entspricht, daß wir auch hier im Kampfe für daeigene Recht die Wohlfahrt des gesammten Vaterlandes fördern helfen. Berlin, im November 1895. Julius Schneider.

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