Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1895)
- Article
- Die Bestrebungen und Ziele des Central-Vereins
- Date
- 1895-10-01
- Page
- 158 (sequence 14)
- Language
- German
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168 )m deutschen Reich. Hand historischen und statistischen Material« in gemeinfaßlichen Darstellungen die Unwahrheit jener Vorwürfe bloßzustellen, daß die Juden von jeher schwerer körperlicher Arbeit abhold gewesen, Handwerk, Ackerbau und Kriegsdienst nie geübt, immer nur Schacher und Erwerb nachgegangen sind, von jeher da« größte Kontingent de« Verbrecherthums geliefert und so lange eine Ge» schichte der Juden besteht, von den anderen Völkern gehaßt und verachtet gewesen sind. E« thut Noth, den Behörden die Gefahren vor Augen zu führen, die der Antisemitismus im Gefolge hat, die Belege dafür zu erbringen, wie er nichts Anderes ist, als eine Vorfrucht des Anarchismus, die nicht blos das Juden« thum, sondern in weit höherem Grade das Gefammtvaterland bedroht. Das vorhandene Material »ach dieser Richtung hin znsammenzufassen, durch Wort und Schrift, durch Rede und Flugblatt in populärer Darstellung unter die Massen zu bringen, wird ein Werk unseres Vereins fein; er sind das große Aufgaben, die zum Theil bereits in unseren Druckschriften und Vorträgen in Angriff genommen sind. Wenn Sie so, meine Herren, ein Bild der kleinen Strecke bekommen haben, die wir zurückgelegt haben und des großen, endlosen Weges, der noch vor uns liegt, so will ich Sie auch darüber aufklären, was unsere Widersacher gegen uns geltend gemacht haben. Daß man uns Denunzianten nennt, habe ich bereits hervorgehoben und ich habe auch darauf schon hingewiesen, daß wir diesen Namen nicht scheuen, weil wir uns bewußt sind, daß man nicht den, der seine Ehre, seine Religion, seine gesammten Rechtsgüter gegen Verunglimpfung vertheidigt, einen Denunzianten nennen darf, sondern denjenigen, der unberufen und grundlos die Ehre und die staatsbürgerliche Stellung eines Andern angreift. Man hat ferner darauf hingewiesen, daß wir Mißerfolge gehabt haben, daß insbesondere das Reichsgericht in zwei Fällen gegen uns erkannt hat. Nun, die Rechtsschntzkommission des Central- Vereins ist nicht unzufrieden mit den Erfolgen, die sie anfzuweisen hat. Wer die antisemitischen Blätter in den letzten zwei Jahren aufmerksam beobachtet hat, wird gesunden haben, daß sie der Rechtsschutzkommission jetzt lange nicht mehr eine solche Handhabe zum Einschreiten bieten, wie ehedem, daß der freche, brutale, jeder