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Im deutschen Reich · 1895-09-01 · Heft 3 (September 1895) · p. 106

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 3 (September 1895)
Article
Reichstagswahlen in der Ostmark
Date
1895-09-01
Page
106 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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100 Reichstagswahlen in der Gstmark. freu seinem Grundsätze, sich von dem politischen Parteitretben fern zu halten, hat der Central-Verein bei der Wahl im Reichstagawahlkreise Meseritz-Bomst sich jeder Einmischung enthalten. Daß er der von den Antisemiten verbreiteten, sogenannten „hessischen Güterschlächterliste" in Flugblättern entgegenwirkte, welche die Landleute des Wahlkreises über den Werth jenes längst widerlegten Machwerkes aufklärten, kann schon deshalb als keine Einmischung betrachtet werden, weil dabei nur die Absicht obwaltete, einer böswilligen Aufreizung der Landleute gegen die ln dem 'Wahlkreise wohnenden zahlreichen Juden die Spitze abzubrechen. Dieser Zweck wurde glücklicher Weise auch erreicht, denn wenn auch diesmal die antisemitische Kandidatur 81 Stimmen mehr erzielte, als bei der am 13. März 1894 stattgehabten Wahl, so ist der Antisemit doch nicht zur Stichwahl gelangt und von den Judengegnern kein Ergebniß erzielt worden, welches irgendwie den von ihnen gehegten Hoffnungen entsprach oder im Verhältniß zu den von ihnen gemachten Anstrengungen stand. Vielmehr geriethen sie in die für sie höchst peinliche Zwangslage, bei der Stichwahl für den reichsparteilichen Kandidaten, Herrn von Dziembowski, zu stimmen, welchen sie vorher in erbittertster Weise bekämpft hatten. Der antisemitischen Kandidatur im Kreise Meseritz-Bomst entgegenwirken, hieß gleichzeitig der Sache des Deutschthunls und der Duldsamkeit dienen, welche beide durch die Aufstellung eines Kandidaten der deutsch-sozialen Reformpartei gefährdet waren. Während diese 1893 in dem Wahlkreise nur 217 Stimmen zusammengebracht hatte, gelang es ihr daselbst durch eine leidenschaftliche Agitation und Aufwendung bedeutender Geldmittel

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