Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 2 (August 1895)
- Article
- Berlin
- Date
- 1895-08-01
- Page
- 90 (sequence 3)
- Language
- German
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90 Im deutschen Reich. es aber noch Folgendes: „Heute erfahren wir aus zuverlässiger Quelle, daß Bankier Samuel zwar Pariser Platz 1 wohnt, dem betreffenden Inserat jedoch ganz fern steht. Der „Staatsbürger-Ztg." eine Berichtigung zu schicken, hält er unter seiner Würde. Vielleicht sieht aber die „Staatsbürger-Ztg." den Adreßkalender nach. Sie wird dann finden, daß Herr Samuel nicht der einzige Bewohner des genannten Hauses ist. Dasselbe beherbergt auch christlich - germanische Persönlichkeiten. Und wenn die „Staatsbürger-Ztg." sich bei diesen erkundigt, entdeckt sie möglicherweise den Urheber der famosen 15 Mk.-Annonce." — Daß man es in solchem Falle unter seiner Würde hält, eine Berichtigung zu verlangen, ist keinesfalls richtig. Wir verweisen auf die in dem Berichte unserer Rechtsschutz-Kommission enthaltenen Sätze: „Der Einzelne mag für das armselige Mittel der „Berichtigung" das Achselzucken der Verachtung oder das Lächeln der Geringschätzung haben; wenn Sie in der Bewegung ständen und sähen, welchen Antheil an ihrem Wachsen und Gedeihen die „Zeitungsnotiz" hat, wie diese das Feuer der Bewegung immer wieder durch den Zündstoff kleiner und großer Schandthaten der Juden sckürt und die Juden für jede Daseinsmisere verantwortlich zu machen versteht, Sie würden über die Bedeutung der „Berichtigung" anders denken." — Den hiesigen Verwandten des Herrn Großrabbiners von Bulgarien, Or. M. Grünwald, ging die tiefschmerzliche Nachricht zu, daß derselbe am 10. Juli in London, wohin er als Kandidat für eine Prediger - Stellung berufen worden, nach kurzer Krankheit verstorben sei. Wir beklagen das frühe tzinscheiden des verdienten Gelehrten um so mehr, als derselbe der Redaktion der Zeitschrift „Im deutschen Reich", erst vor wenigen Wochen ein Zeichen der Sympathie gab. Er sandte der Redaktion am 5. Mai d. I. aus Sofia ein Schreiben, durch welches er der Freude Ausdruck gab, welche ihm die Nachricht von der Gründung und Herausgabe einer Zeitschrift, die den Interessen deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens dienen soll, verursacht habe. 4< Oels, 25. Juni. Bei dem hier abgehaltenen Verbands tage der schlesischen Thierschutzvereine, welchem 20 Delegirte der Vereine Breslau, Görlitz, .Hirschberg, Jauer, Lauban, Neisse, Nimptsch, Oels, Sagan, Strehlen, Striegau und Steinau beiwohnten, erstattete der Delegirte Schloske den Bericht über den Antrag des Thierschutzvereins Jauer: „den Verband deutscher Thierschutzvereine" anzugehen, daß dieser den im Reichstag eingebrachten, das Schächtverbot betreffenden Gesetzantrag mit einer Petition unterstütze. Professor v. Renesse-Oels beantragte darauf, den Antrag Jauer vorläufig als erledigt zu betrachten.. Ohne daß die Ausführung Schloskes, der auch auf den von antisemitischer Seite