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Im deutschen Reich · 1895-08-01 · Heft 2 (August 1895) · p. 58

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 2 (August 1895)
Article
Die Erziehung zur produktiven Arbeit
Date
1895-08-01
Page
58 (sequence 1)
Language
German
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68 Die Erziehung zur produktiven Arbeit. Habt Eure- Ursvrungs vergessen, Such §u Sklaven versessen, Euch ui Häuser gemauert. Euch in Sitten vertrauert. Kennt die goldenen Zeiten Nur als Märchen, von weitem! (Goethe.) Hl^üi Unzählige, welche das bescheidene Loos der landwirthschädlichen Bevölkerung und deren friedliches Glück unterschätzen, mögen diese Worte des großen Altmeisters eine vorwurfsvolle Bedeutung haben. Die Israeliten trifft aber ein solcher Vorwurf nicht, trotzdem sich nur wenige derselben mit der Bodenkultur beschäftigen. Nicht ihre Schuld ist es, wenn sie in Häuser gemauert sind, wenn sie sich in Sitten vertrauern, wenn sie ihres Ursprungs in soweit vergessen haben, daß sie nicht, wie ihre Vorfahren es ehemals in Palästina gethan, vorzugsweise Ackerbau und Viehzucht treiben! Grausamer Hohn ist es, wenn gerade Diejenigen, welche die Schergen preisen, die im Mittelalter den wehrlosen Juden den Grundbesitz raubten und dieselben in enge Ghetti sperrten, behaupten, daß die Scheu vor körperlicher Anstrengung die Juden von Ackerbau und Handwerk fern halte. In beiden Berusszweigen waren die Juden, die mit den Deutschen in die den Slaven entriffenen Gebiete gekommen waren, vielfach thätig, bis der Beginn der Kreuzzüge den Fanatisnius entflammte, die Juden ihres Grundbesitzes beraubt, vom Handwerk ausgeschloffen und auf das Geldgeschäft angewiesen wurden, welches man ihnen deshalb aufdrängte, weil die Kirche auf Grund des kanonischen Gesetzes ihren Bekennern das Zinsnehmen untersagte. „Die ganze Ausbildung des gewerblichen Lebens", schreibt Stobbe, „schloß den Juden von jeder Theilnahme am Handwerk aus; es blieb ihm keine andere Wahl, als vom Schacher und Wucher zu leben. Der

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