Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 2 (August 1895)
- Article
- Was wir fordern!
- Date
- 1895-08-01
- Page
- 45 (sequence 3)
- Language
- German
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Mas wir fordern. 45 Staub tritt. Und man bedient sich ihrer und verlacht sie. Andere blähen sich auf und thun, als ob sie die Mauer nicht sähen, die. siel sie scheinbar, doch noch emporragt, und wenn sie auf freiem Platze stehen, sichtbar allem Volk, da klirren sie mit dem angehängte» Schnmck, rauschen mit dem seidenen Gewand und schreien: Seht, hier bin ich — ich! Uitb wieder Andere ziehen sich scheu in das Heiligthum ihres Innern zurück; sic werden stolz und schroff, weil ihre Sehnsucht die selbstlose Hingabe ist; sie stoßen mißtrauisch jedes Empfinden zurück, denn sie fürchten, die lleberfülle ihres sehnenden Herzens zu verrathen und verspottet zu werden, darum sind sie einsam im dichtesten Marktgewühl und haben den Glauben verloren au echtes Menschenthum. — So sind wir geworden! Euer die Schuld — über Euch die Folgen! — Wollt Ihr aber sühne»»! — Hier sind wir und bieten Euch die Hand! Der Mensch dem Menschen! Wir wollen Euch nicht beherrschen, wir wollen mit Euch leben, kein Staat im Staate, kein Sonderinteresse gegen das Allgemeine, aufgehend im Ganzen, nur für das Ganze wollen wir arbeiten am Heil der Menschheit. Wir hatten ein Vaterland, und wir haben dafür geblutet; wir haben Verwundete und Kranke gepflegt, erhobenen Herzens Danklieder gesungen: Gebt es uns wieder und laffet Deutschland in wahrem Sinne unser Vaterland sein! G. Stein.