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Im deutschen Reich · 1895-07-01 · Heft 1 (Juli 1895) · p. 27

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 1 (Juli 1895)
Article
Umschau
Date
1895-07-01
Page
27 (sequence 1)
Language
German
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27 Umschau?) stehen ganz fest und unverrückbar auf dem Prinzip, daß jeder Jude zu uns gehört, ob er nun nationalliberale oder volksparteiliche, konservative ooer sozialdemokratische politische Anschauungen haben mag, über die er ebenfalls nur stch selbst Rechenschaft abzulegen hat, und daß er niemals in unserem Verbände auf Richtungen stoßen darf, welche seiner politischen Ueberzeugung Eintrag thun." An diesem in der ersten ordentlichen Generalversammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens durch den damaligen Vorsitzenden proklamirten Grundsätze hat der Verein bisher getreulich sestgehalten. Es war durchaus kein Bruch dieses Prinzips, wenn er kürzlich die Wahl eines Mitglieds der Bürgerpartei zum Stadtverordneten in Berlin zu verhindern suchte, wenn ferner der Vorstand des Central-Vereins in einer Petition an den Reichstag Stellung nahm gegen die von der Kommission für die Umsturzvorlage vorgeschlagene Abänderung des § 166 des Strafgesetzbuchs, durch welche das Christenthum einen besonderen Schutz erhalten und das Judenthum allen Angriffen ferner preisgegeben bleiben sollte. Wie es bei der Berliner Stadtverordn eten-Wahl nur darauf ankam, den Erfolg eines Gegners unserer Sache zu verhindern, so lag bei der Beschäfliguug mit der sogenannten „Umsturzvorlage" keine andere Absicht vor, als d i e, Protest zu erheben gegen eine in Bezug auf den Schutz der Religionen drohende Verletzung der verfaffungsmäßig gewährleisteten Gleichheit. Für den einzelnen deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens gilt selbstverständlich stets und überall wie für leben guten Deutschen das klassische Wort: Homo sum, humaui nihil a me alienum puto! *) Wir fordern unser« Freunde im gesammten deutschen Reiche auf, uns für diese Rubrik Material zu schicken, bemerken aber ausdrücklich, daß wir nur von solchen Einsendungen Gebrauch machen können, deren Verfasser mit vollem Namen für die Richtigkeit einstehen und ihre Angabe» belegen können. Die Redaktion.

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