Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 1 (Juli 1895)
- Article
- Aus Moritz Veits Leben
- Date
- 1895-07-01
- Page
- 26 (sequence 10)
- Language
- German
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26 Im deutschen Reich. daß er etwaige Sendungen durch Eckermann erwarte. Der Brief wurde nicht direkt abgeschickt, sondern Zelter anvertraut, der ihn mit einer Empfehlung nach Weimar senden wollte. Der aber kam seinem Versprechen nicht nach, sondern schickte erst am 15. Juli mit kühlen Geleitworten die Epistel nach Weimar (Goethe-Zelter VI, 9). Dort machte sie keinen Eindruck; bereits am 18. erklärte der alte Herr, den „guten Taschenbuchsbrüdern" nichts mittheilen zu können (a. a. O. S. 10), es dem Getreuen anheiiustellend, ihnen „Cantate und Lied zu seinem Ehrentage" (Zelters, 70. Geburtstag) zu überlassen. Also geschah es. Im Okiober wurde Goethe ein Exemplar mit einem höflichen Anschreiben übersandt, in dem die Hoffnung nicht fehlte, auch in künftigen Jahren die Unterstützung des Meisters zu genießen. Eine Folge des Almanachs war auch die literarische Anknüpfung mit dem alten Fouque; dieser gehörte einige Zeit zu Veits guten Bekannten. Das „geehrte Herr" der Anrede in dem Brief vom 9. Okt. 1829, in dem der alternde und nicht mehr auf der Höhe seines Ruhmes stehende Dichter die Begründung eines neuen Almanachs und seine Einreihung unter die Beitragenden froh begrüßt hatte, verwandelte sich bald in die intimere „lieber Moritz" und die Unterschrift „Innig und ewig der Ihrige". Veit war des Alten Vermittler in Buchhändler-Angelegenheiten, denn so schrieb er: „Mir sind alle Buchhändler-Angelegenheiten gerade so verdrießlich geworden, als sie mir vor etwa 20 Jahren anmulhig vorkamen" und an einer anderen Stelle: „Die Berliner Verleger? — Sie sind wir ziemlich einer wie der Andere. Am ungerusien hält' ich mit Schlesinger zu schaffen. War' es, so müßt' ich Sie schon bitten, mich ganz ex nexn zu erhalten". Freilich konnten wohl auch die Verleger ein Lied von dem alten Recken singen, der, etwas rittermäßig in seinen Forderungen, nach mittelalterlichem Standpunkt die Kaufleute nur als Geldgeber anzusehcn pflegte. Die „Ewigkeit" der Beziehungen erfüllte sich nicht; nach den beiden Musenalmanachen scheinen die Beziehungen aufgehöxt zu haben; auch mit dem Verleger Veit hatte Fouquö keine weitere Verbindung. Die Almanache aber fanden mit dem Jahre 1831 ihr Ende. Ludwig Geiger.