Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 5 H. (1809)
- Article
- Dänemark [Nachricht]
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Z-- - Dcrchrungswerthe Mitbürger! - Wir befinden uns hier in einer Gesellschaft, die der dem Denkenden gemischte Gefühle von Behagen und Miß' behagen erwecken muß. Es ist angenehm und erfreulich, die Absichten zu erwägen, in welchen selbige gestiftet wor» Len ist; aber eben so unangenehm und traurig ist die Veranlassung derselben. Oer Menschenfreund segnet ihr Daseyn, er beklagt aber ihres Dascyns Nothwendigkeit. Oder ist.cs etwa nicht zu beklagen, daß Belohnungen erfordert werden müssen, dicß auszuführen, was wir durch unfern Verein auszuführcn uns vorgenommen hatten? Daß cs derselben bedurfte, bezeugt dicß nicht die noch fortdauernde Macht des Dorurtheils, der geringe Schritt der Aufklärung, der Unwille, welcher noch unter Menschen von verschiedenem Slauöensöekcmilniß statt findet, und Mensch von Mensch, Bürger Mn Bürger entfernt? — . Wahr ist es» ohne Aufklärung und Religionsduldüng würde eine Gesellschaft, wie diese, nicht ihr Dascyn erhalten haben; aber eben so wahr ist es auch, daß ein höherer Grad von Aufklärung und Religionsduldung unsere Gesellschaft übcrflußig machen würde. O! daß diese Ansicht schon da wäre! die Zeit, da der Mensch, zu welchem Glauben er sich auch bekennen möge, denkt und handelt, wie Vernunft und Menschheit es ihm heißt, ohne dazu durch äußerliche Delohnunacn gereizt zu werden'. — Diese erwünschte Zeit herbei zu rufen, sey das DestrebtT unserer Gesellschaft, Wir wollen, so viel wir vermögen, dahin arbeiten, die unglückliche Scheidewand nieder z» reißen, welche die Ungleichheit der Meinungen aufgrfühtt