Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Blüthen aus dem Orient
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 2)
- Language
- German
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Wohl der Menschheit geschieht. Folgende Begebenheit mag , uns davon überzeugen. ■ Auf seiner Flucht vor dem r6misck>ti»..Kaistr Hadrian^ aus Syrien nach Ephesus, passirte R. Akiba einst eine der unwirrhbarsien Gegenden dieser heißen Zone. Gequält vom Durste und kraftlos von der drückenden Last, die er mit seinem Esel cheiltc, lechzte der Weise nach Erholung; sehnlichsi wünscht: er nur eine Hütte, um seinen ermatteten Körper jti pflegen. Und ließ schon diese öde Steppe keine Spur menschlicher Wesen und ihrer Thatigkcit blicken: so setzte der Fromme im vollen Verträum auf den Welt- Erhalter, der auch des Wurmes Daker ist, mit unbewölkter Stirne seinen Weg fort, und wer malt sich die Freude, die er genoß, als ihm plötzlich eine Thurmspitze, welche die Strahlen der untcrgchcndcn Sonne beschienen, entgegen funkelte. Freudr-starkte-unb beflügelte seine Schritte, rasch eilte er dem Städtchen zu, aber ach! Niemand wollte den verfolgten Weisen übernachten, alles stieß ihn von sich. Nuhig und mit stiller duldender Größe sprach er: Gott lenkt der Menschen Willen, sein Thun ist weise und gerecht. Ich bleibe diese Nacht im Walde, du, Vater! bist mein Schutz. Hier zündete er eine Kerze an, entlastete seinen Esel, und sttzte sich unters Gebüsch, neben sich seinen Hahn, den er statt einer Uhr bei sich führte. Kaum ist er entschlummert, als ihn das Gebrüll eines Löwen aufschreckte; dieser ergriff den Esel und zerfleischte ihn. Warum, Allgütiger! sprach er mir aufgehobenen Händen, warum nimmst du meine letzte Stütze mit? doch deine Wege sind ja gerecht.