Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd.3 H. (1809)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 13)
- Language
- German
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*Ir fein schmieden? Kann man drin, der ihr huldigt den Frieden ans dem Herzen stehlenI Kann man den Tadellosen seines^ reinen, seines unbefleckten Sinnes berauben? Nein, auch im Gefängnisse bleibt er Joseph, der gute, fromme Jung, kina, denn Ans imsrem eigene» Herzen Wächst, was wir sl'n, imS wieder zu; Da pflanzt die Weisheit ihre Ruh'; , Da sä'r die Äiorhcit ihre Schmerze»; Da sä't das tastcr seine Pein. O da verblühet jeder Morgen, Den leereAbentc bereu»; Da hüllt die Tugend sich verborgen In ihre stille Pflanzung ein. Die ihr kein Erdcnsturm verwehet. - Auch im Gefängnisse schützet ihn der Gott der Unschuld, er laßt ihn Gunst finden in den Augen des Kcrkerhcrrn, alles sicher unter ihm. Zwei königliche Hofbcdiente, die irgend ein Verbrechen büßen mußten, fand er eines Mor« gens sehr traurig, und er erfahrt bald von ihnen, daß ein Traum die Ursache dieses Kummers sey. Joseph deutete ihnen diese Traume, die das Schicksal der beiden Ctaatsdicncr enthüllten. Alles traf ein. Gedenke meiner, des Unschuldigen, wenn es dir wohlgchct und befreie mich von meinen Fesseln, bat er den einen Träumenden, des Königs Oberschcnkmcistcr. Dochnochs Jahre verstrichen, und immer noch litt der Unschuldige. Ein sonderbarer Traum des Königs, den keine Bildcrschriftknndigt deüttn konnten, erinnerte jenen Schcnkmristcr an Joseph, dem Kö« n:ge wurde er vorgeschlagen, sein Gefangniß wurde geöff« nn und bald Horm Sie ihn vor dem Throne beö Regenten