Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd.3 H. (1809)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 12)
- Language
- German
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exo Wut färbten, dem Vater sandten mit der schändlichen Lüge begleitet: Dieß haben!vir gefunden, ein wildes Thier muß deinen Sohn zerrissen haben. Der arme Greis! nichts war vermögend ihn über diesen Verlust zu trösten, jetzt ist ihin gleichsam seine geliebte Rahcl zum zweiten male entrissen worden. — Joseph ist jetzt Cclave; doch seine Tugend verschafft ihm die Liebe seines Herrn, ec setzt ihn zum Verwalter seines Hauses ein. Schon von Angesicht und Bildung, in der Dlüthc seiner Jugend war der Cohn Israels, der hebräische Sclavc. Doch diese Schönheit führte ihn in dm Kerker: seine Gebieterin, ein wollüstiges Weib, suchte ihn in ihr Netz zu locken, heischt Ungebührliches von ihm und spottet der Treue, die sic ihrem Mann schuldig ist Joseph widerstand dieser Verführung und. kämpft den größten Hcldenkainpf: den Kampf der Begierden und Leidenschaften. Ihm gicbt die Religion Kraf: und Starke den Reizen des Lasters zu widerstehen, "sie, die himmlische Wachtcrin an der Pforte des Irdischen waffnct den schuldlosen Jüngling gegen alle Angriffe des Bösen; sie , die Tochter des Lichts stehet dem Cohn der Finstcrniß liebevoll zur Seite: ,,Wie kann ich deiner Dille willfahren» spricht er zur Verführerin, und an dem Herrn mich versündigen? Diese kraftvolle cnlschcidcnde Worte vcrbicrcn der Treulosen jede fernere Hoffnung; die Liebe vcr. wandelte sich inHaß und in ihrem Herzen kochte die glühendsie Rache: Schnell wechselt sic die Rollen, Joseph ward nie- Verführer bei seinem Herrn angcklagt, sic zeigt sich ihm als die Verführte, und Gefangenschaft lohnt dir Tugcnv des Keuschen. Doch kann man die Lngcnd in Fes-