Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd.3 H. (1809)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 6)
- Language
- German
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204 erzählt im naiven Ton das Buch der Bücher — verstrichen ihm diese 7 Jahre gleich 7 Tagen, so liebte er sie. Eie war, dahin diese Ewigkeit von Jahren und verdient hatte der zärtliche Schäfer seine liebende Schäferin. Doch vom eigenen Schwiegervater und Oheim sah er sich hintergangen, betrogen: er umarmt seine Schwägerin — Lea, minder schön — statt der geliebten Rahel. Ein kleiner Vorwurf entfährt dem Munde des friedlichen Hirten. Habe ich dir nicht um Rahel gedient und warum betrogst du mich? — Es ist nicht Sitte, crwiedert der Schlaue, die jüngste vor der ältesten auszugebcn, halte die Hochzeirwoche mit dieser aus, so will ich dir auch jene geben — wenn du den siebenjährigen Dienst wiederholest. — Was vermag die Liebe nicht, in der Hütte des Patriarchen? Kein Preis ist ihm zu hoch, er dient abermals 7 Jahre, und ist im Besitz seiner Rahel. Jakob ist jetzt ein glücklicher Daker mehrerer Söhne*), unter welchen er Joseph, den Sohn seiner Rahel am meisten liebte; ein reicher Hirte, denn trotz den Betrügereien Labans zeigte ihm seine Klugheit Mittel an, sich schadlos zu halten, und der Segen des Herrn krönt sein Unternehmen. Doch zu arg, zu drückend verfolgte die gierige Habsucht des Schwiegervaters den Cohn, den Gatten seiner Töchter, der ihm so redlich diente, des Tages Last und Hitze trug, und der Nachte *) Nach damaliger Sitte hciratbete er auf die Bitte seirer Gatrinnen ihre beiden Mägde: Bilha und Sil- Pa. Sie alle gebaren ibm zwölf Söhne: nämlich Lea: Rnb eu, Simon, Lcvi, I u da, Isacbar, S ebulnn (eine Tochter Dina); Rahel: Joseph, Benjamin; Bilha: Da n n, 3t ap l; tal i5 Silpa: ©a& und Ascher.