Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd.3 H. (1809)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 5)
- Language
- German
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,s dieses alles hat — es kann seine Liebe nicht anders an den Taq legen: So der kindliche Patriarch! der UN» scknldigc Säugling, ruhend in den Annen der Mutter — keine Sorge kennend, streckt dennoch seine Hände zu ihr aus, sic wolle ihn ja nickt vcrstossen, nicht aus ihren Armm lassen— so dieser Patriarch!!- Jetzt weiter, meine Theure, wir erblicken den kindlichcn Vater bald in einer neuen, in einer beseligenden Lage: Beflügelten Schrittes eilt er seinem Ziele entgegen, ein Drunn.cn fesselt seine ganze Aufmerksamkeit: Heerde» lagern friedlich um denselben, Hirten stehen dabei nicht fern, sind im Begriff, den Stein, der des Brunnens Mündung deckt, herabzuwalzcn, bas Vieh zu tranken; doch die Kräfte aller Hirten müssen den Brunnen entlasten. Freunde! redet sic der Wanderer an: wo seyd ihr her? — von Haran. Kennt ihr des Nahars Sohn, Laban? — Wir kennen ihn. Ist er bei gutem Wohiseyn? — Ja, seine Tochter Nahe! kommt eben hergezogen mit der Heerde. — Sie kommt, eine schöne reizende Schäferin! MitJünglingskraft wälzt er zuerst den Stein von der Cisierne, und dann eilt er in die Arme der verwandten Schäferin — küsset sie» und Thranen — der milde Ausdruck übersiröwenden Gefühls — rntquillc» seinen Augen : ein Gefühl bemächtigt sich seines sanften weichen Herzens, das er sich selbst nicht zu deuten mußte: es war das Gefühl der rein» sic« Liebe; denn schon am Brunnen (mag Sie das an Isaaks Liebe erinnern) liebte er die holde Schäferin, und bald verspricht er ihrem eigennützigen Darec sieben Jahre um die Braut zu dienen. Sieben Jahre, und doch —