Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd.3 H. (1809)
- Article
- Versuch einer Beantwortung der Frage: Ob die Menschen mit gleichen Anlagen geboren werden?
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 9)
- Language
- German
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!82 der Natur des Scköpsers selbst büßen? Was ließe sich nickt alles hieraus mit Recht folgern! Der Hr. Derf. behauptet weiter, der Charakter hange ab von dem Begehrungsvcrmögen: Ich weiß nicht rechts wie ich dieß verstehen soll. — Meiner Meinung nach haben weder Gefühl, noch Begchrungsocrmögen etwas gemein mit dem Charaktcr. Er.ist einzig nur von der Vernunft bestimmbar und durch sie zu erreichen. Einen Charakter mag cs bestimruen und begründen, aber nicht den Charakter; denn auch der Dösewich( ist eines Charakters fähig. Und wollten wir nun behaupten, die Natur fei) hier parteiisch verfahren; dann vernichten wir das Wesen der Tugend selbst, und zertrümmern die heiligsten Stürzen unsrer irdischen Hoffnungen. Ans was sollte das Naturrecht gegründet werden? wie könnte man behaupten wollen, die Menschen haben gleiche Rechte, wenn man ihre Canction nickt in der natürlichen, moralischen Gleichheit.suchen könnte? Wenn aber von Gleichheit die Rede ist, dann versteht nran doch nur dir Gleichheit der Anlagen darunter. Leug« nen wir diese, so fallt die Gleichheit menschlicher Besinnmung, mithin die Gleichheit.der Ansprüche von stlbst wecs. Gleichheit und Sicherheit, diese wegen jener nicht zu stören, ist der Grundsatz des Naturrcchts. Jene ist die Quelle allerRechte und Verbindlichkeiten. Darf eine gewisse Ungleichheit unter Menschen statt finden, so ist cs wenigstens keine Ungleichheit der natürliche» Anlagen; denn eine Verschiedenheit in der Entwicklung und . Richtung an sich gleicher Anlagen ans verschiedene Zwecke, welches unserer Freiheit und Willkühr überlassen