Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 2 H. (1809)
- Article
- Jüdische Schulanstalten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 22)
- Language
- German
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Mir liegt nur daran, dm (Scifl der Untersuchung auf diesen, fnr die wahre Kultur so äußerst wichtigen Gegenstand, zu Icufcn. Da aber der Charakter imb die Anlagen eines Volks gröstttnrheils ein Produkt ftmcr äußern Verhältniss: und der Erziehung sind, so sehe ich mich gmöthigt, einige Blicke ans de jüdische Geschichte zu werfen. Die Kultur der jüdischen Bewohner Enropa's (ich versiehe hier unter Kultur die Vereinigung zu Staaten und gereinigter c?ccligionobegriffc) ist alter, als die dcr meisten übrigen europäischen Voller. Welch eilt Schay von hohen Wadrdcrten liegt nicht in dem alten Testamente, diesen ältesten.Monumenten der grauen Vorzeit, zerstreut'. Schon in dm Zeiten Samuels sindcn wir Provherenschuien, die wahrscheinlich jtrr Ausbrcittrug edlerer sittlicher Begriffe beitrugen. Indessen scheint es, als ob erst in dm Zelten des zweiten Tempels, nachdem die Nation in der babylonischen Gefangenschaft und unter der Herrschaft der Ptolemäer mit persischer und griechischer Weisheit bekannt geworden, oie 5 Bücher Moses ein allgemeiner Gegenstand der Untersuchung geworden warm. Damals entstanden die verschiedenen Selten, von welchen die Pharisäer die mächtigste und zahlreichste waren. Alle jüdischen Bewohner Curopa's bekennen sich zu dersclbcir, und ihre Erllarnng der Schrift, unter dem Namen Gemara oder Tal mnd, wurde bald die vorzüglichste oder vielmehr auöschliestende Beschäftigung des Iugendnnterrichts aller Klassen. Dieses, von Christen und Inden so oft oberflächlich benrrheilte Wert enthält r