Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 2 H. (1809)
- Article
- Jüdische Schulanstalten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 14)
- Language
- German
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er wird cs erfahren — o.,ciuc traurige Erfahrung! — wie oft er unter der drückenden Last der Arbeit und im brennenden Schwcrße seines Angesichtes kaum das tägliche Drod erwerben kann; auf Ehre und Hochachtung rechne er höchstens in einem kleinen Zirkel von wahrhaft Gebildeten. Er habe Ohren, und höre nicht die Schmähungen der Menge; er habe Augen, und sehe nicht, mit welcher Geringfchatz'.urg man ihn behandelt; er habe ein Her;, und fühle nicht die Beleidigungen, denen er ausgestyr ist. Sem Trost, sein beständiger Trost sey der, daß zu jeder Zeit das Gute mit dem Dösen, die Tugend mit dem Lasier kämpfen, Sturm und Erschütterung dulden mußte; daß sic Anfechtungen von außen unterworfen war, und sich eben dadurch den Namen Tugend erworben hat. Keineswegcs aber darf den Mann von Geist und Kraft dieses abschreckcn, getrost die Dahn zu wandeln, die er zum Wohl der Brüder.begonnen. Dci jeder Kränkung, bei jeder Berkennuug sey sein Wahlspruch: Bedrücken kann man uns, nicht r: n te rd ru ck e.n; Verlegen machen, doch nicht zur Verzweiflung Umbrin^n. uns erniedrigen, aber nicht vernichten; Uns verfolgen, nicht erreichen. Wir treiben Gottes werk und dulden muthig Des Lebens Drangsal,.jede-Angst und Nvrh. ' Oer Nvthdurft selbst entbehrend, halten wir . An Tugend, Wahrheit, Lieb' und Sanstmuth fest. Mir diesen Waffen jedem Kampf gerüstet. Durch Ehr' und Schande, gut und bös Gerücht Gehr unser Weg.-Uns verkennt Die Welt, doch Gott sind wir bekannt: sie wähnt