Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 1 H. (1809)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 9)
- Language
- German
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35 statt der Verwendung unermeßlicher Kosten» um Kolonisicn ins Land zu ziehen» die sich doch erst nach mehreren Generationen dem Lande cinveilcibcn können» und sich immer als Fremde betrachten» Menschen zu Naturalismen, die das Land, worin sie geboren sind, und das ihnen Schutz und Sicherheit gewahrt, nicht anders als für ihr Vaterland halten dürfen, weil sie nur da glücklich und zufrieden zu leben gedenken? Daß aber die.gegenwärtigen Regierungen die Vertilgung des jüdischen Glaubens überhaupt, dessen Dastyn ihnen zuwider fcyn mag, beabsichtigen sollte», und deß° wegen beharrlich den Resten eines Derfolgungssysiems anhangen, »in sie durch dieses Zwangsmittel zu nökhigcn, sich nicht nur durch Bande der Freundschaft, sondern auch durch Verwandtschaft und Religion mit andern Völkern gänzlich zu vermischen. Dicß laßt sich, wie ich schon im Anfänge meiner Rede bemerkt habe, eben so wenig mit dem Geiste der Duldsamkeit unserer Monarchen, al6 mit der philosophischen Denkart des iZten und rz-lcn Jahrhunderts zusammen reimen,- und übcrdicst wird jeder, der auch nur wenige Kenntnisse des menschlichen Herzens besitzt, leicht begreifen, daß zit allen Zeilen Verfolgungen nur Märtyrer erzeugten, und daß die Menschen ihre Liebe zu gewissen Gegenständen nur nach den Opfern, die sie ihnen bringen müssen, abzumessen pflegen. Hieraus laßt sich dir Cchlußfolge machen, daß, sollten sich auch dir Juden deßhalb den unerträglichsten Leiden unterwerfen müssen, cs doch immer eine kühne oder gar vergebliche Hoffnung bleiben wird» sie gänzlich von dem Glauben ihrer Dor- C 2