Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 1 H. (1809)
- Article
- Eine biographische Skizze des Herrn Jonas Jeitteles, der Heilkunde Doktors, der Weltweisheit Baccalaurei, des gewesenen böhmisch-israelitisch-chirurgischen Gremiums immerwährenden Präses, K. beeideten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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als täglicher Augenzeuge seines Vaters, wurde es ihm nicht schwer, sich bei seiner Empfänglichkeit mit der Chemie, Botanik, und mit de» der Pharmacie verwandten Wissenschaften überhaupt, bald vertrauter, als selbst sein Lehrer z» machen. Sein immer reger nach Vollkommenheit ringender Geist, sah bald ein, wie unentbehrlich zu dieser Kunst die Kennmiß der lateinischen Sprache scy, vorzüglich zu jener Zeit, wo diese Sprache ausschließlich die Sprache der Schriftsteller war, und nur in diesem Gewände Werke erschicncn. Mit unsäglicher Mühe machte er sich also aus einer alten latenischen Grammatik die Anfangsgründe dieser Sprache eigen, und brachte cs bald so weit, daß er Klassiker lesen konnte. Sein Vater, der seinen Fleiß im Stillen bemerkte, noch überdicß durch die häuslichen Veränderungen und sein anhaltendes Bitten bewogen, gab endlich seinen Lieblingsplan auf, seinen Sohn einst als Rabbincn zu sehen, und bewilligte ihm Mcdicin zu studieren. So ward ein Unglück die Quelle seines Glücks, iw dem es ihn einem Stande entzog, zu dem er keine Neigung fühlte, wo er also sein Daftyn thatlos verträumt hätte, und ihn in jenen Beruf versetzte, wo er nachmals zum Wohle des Ganzen so ausgezeichnet nützlich wirkte; — so verbesserte ein bloßer Zufall, was die Weisheit kurzsichtiger Menschen bald verdorben hätte! — Der als ausübender Arzt so rühmlichst bekannte unvergeßliche vr. Rad« nitzky, in der Folge sein Freund und Kollege, ward