Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Über die Verbesserung des Judenthums
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 364 (sequence 4)
- Language
- German
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Dieß sind ungefähr die Gebrechen, welche man dem Juden zum Vorwurf macht. Dagegen ist der Jude von Natur gutes Herzens, wohlthätig und voll warmer Freundschaftsgefühle; vertrauend , heiter und gesellig, im höchsten Grad dankbar für Wohlrhalcn oder auch nur für Thcilnahme; er ist behende, sich immer gegenwärtig, von feurigem Temperament und guten Geisteskräften, schneller Fassungs - und Tcurtheilungskraft. «Daß der Jude sehr unternehmend ist, daß durch dieses Volk, der Handel im.edler» Sinne von jeher gewonnen hat, sogar durch dasselbe allein, an manchem Orte entstand, ist allgemein bekannt." Die Ursache, warum der Jude diese Fehler und guten Eigenschaften vorzüglich besitzt, liegt unstreitig in seiner Erziehung und Lebensart; unter besserer Ausbildung und freierer Lebensart, würden wohl die Fehler meistens, der guten Eigenschaften aber wenige, Wegfällen. all A) Der Jude wuchert und betrugt! will im glimpflichen, Sir.r.e nur so viel sagen: der Jude ist bloß Handelsmann , und darf nichts anders siyn. Wenn wir nun jedes llebcrvortheilen der mannigfaltige» Handclsstande und Gewerbe, Betrug nennen wollten, so würde die Fahl der Betrüger weit über unsere Vorstellung anwachftn. Wer ist nicht öfter auf diese Weise betrogen worden? Man reise nur etliche Wochen und erfahre, wie ein Wagner sich für ein Wagscheit einen Gulden, der Schmidt für einen Neidnagel s Gulden, der Wirth für Zimmer und Bette (oft von eckclhaftcr Beschaffenheit) täglich r Gulden und darüber, für einen Kaffee » la Rhabarbara