Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1808)
- Article
- Die Juden in Deggendorf im J. 1337
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 1)
- Language
- German
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4- Die Juden in-Deggendorf im I. rzg?. Welche heillose, unsinnige Beschuldigungen gab nicht der Rrligionehaß den Christen der finsteren Jahrhunderte des Mittelalters, gegen die Juden ein! Hier legte man ihnen die Ermordung christlicher Kinder *) und dort die Vergiftung der Brunnen zur Last. Hier sollten sie in ihren Gcbcrcn die heftigsten Schmähungen und Spottrede« gegen die Christen und ihren Rcligioiisstistcr ausgcsioßen und dort gcwcihcte Hostien durchstochen haben. Eine Beschuldigung der letzteren Art machte man ihnen auch;« Deggendorf in Daiern im Jahre i;Z7- Sie sollte« zwölf Hostien von. einer Christin gekauft, sic mit Nagel« durchstochen und dann in einen Brunnen geworfen haben. Die Nachtwächter sahen einen Schein am Himmel, hörte« ein klägliches Geschrei und zeigten cs an. Darauf, und auf die Aussage eines andern Nachtwächters, daß die Juden die vorgenannten Hostien in den Brunnen geworfen hatten, beschloß der Magistrat die Juden» mit Hülfe des Ritters ^artmann von Deppcnperg, z« vertilgen. Mit einem wüthcnden Hecrhauftn brach dieser in der Frühe des Morgens auf, fiel in das Städtchen ein» machte alle Juden nieder uub stürzte ihre Wohnungen in Schutt und Asche. Diese Geschichte hat ein neuerer *) Noch 1541 glaubte man in Baicrn, daß die Jude» ganz anderer Natur als die Christen wären, und das Blur von Christenkindern brauchten, um die zwei Finger von der Stirne abzulösen, nüc denen die Judenkinder geboren würden!!!