Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1808)
- Article
- Der Monat Ab
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 6)
- Language
- German
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Wo dein Heiligthnm ein Spiel der Lüste ward, Ucg' auch id> in bitte rm Sä?merz Valoren, Seufzer drängen sich aus der beengten Brust, Llnd in trübem Sinne weih» ich dir dieß Lied der Wehrnuth. O Lcr Wandlung! die ein göcllick Feuer einst umgab, Itzt umlodert sie entweihter Flamme Glut. Ad, daß sie nicht des Tyrannen Arm ergriff! — 0 wie lange soll der Wodllusiathrmnde , Ungestört fein frevelhaftes Wesen treiben, Wahrend deiner Jünger Antlitz, o Erhabene! Tief erniedrigende Schmach nur deckt? Wie lang sollen Gottes fromme Söhne £Vm gezückten Rachfchwerdt bluten, Und der Wütbrich, trotzend der Gesetze Heiligkeit, Sein verruchtes Urthei! über Religion aussprechen? Wann wird endlich Gottes Rach' ihn treffen? Heiliges Gesetz! umsonst nicht gab dich Gott Unter Blitz und hcllleuchtcnden Himmelsflammen; Dein Entstehen war ein Vorbild deines trauervollen Endes! Unter Arabiens hohen Bergen Wühlte er den minderhohen Sinai; War auch diest ein Zeichen deiner einstigen Erniedrigung? — Lege ab, o Sinai! deinen bunten Brautschmuck, jMUic dich in Tran'rgewand und laß den Witwenschleier lieber dein verblichneS Antlitz wehn! — Fließt ihr Tbräncn milder, strömet hin, . , Bilder euch zum Bache und benetzt die heiligen Grabstätte Jenes edlen McnschcnpaarcS, MoseS, Aaron, dort auf dem Gebirge H v r. Saget mir, ihr großen Lehrer! wo ist wohl ein Buch zu finden, Gleich dem alten eingeaschertcn? — — ueh! nur Einen Monar strahltest du, o Göttliche! in vollem Glanze; ‘ Denn der folgende bereitete dir schon Verderben: ' Hingcschmcttcrt an Des Berges Fuß, Lagen da die holden Tafeln mit der. flammenden Schrift. Wiederholt seh' sch die Trauerscene r Tief in Schutt versenkt liegt das Heilige, Wie, ist das der reiche Lohn, den du verheißest? —