Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1808)
- Article
- Aus Baiern [Nachricht]
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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195 Abendmahle. Beide finden es unanständig, in der Kirche mit bedecktem Haupte zu erscheinen. Wenn cs nun einem superklugen Protestanten eiuficie, mit einer bunte» Jacke, Pclzhaube, Schlafmützc und Stiefeln zum Tische des Herrn, — oder einem katholischen Hclldenkcr mit bedecktem Haupte in die Kirche oder mit Prozessionen zu laufen, könnte es wohl auffallen, wenn man einen solchen Unbescheidenen vielleicht auf eine weniger sanfte Weist in die Schranken der Ordnung zuruckweistn würde? — Und warum soll es bei de» jüdischen Glaubensgenossen anders styn? Heißt das mit dem Geiste der Zeit fortschreitcn, wenn man die bisherigen Formen des Ritus gewaltsam zu zerrcisscn, die Ruhe einer friedlichen Gemeinde zu stören, und die öffentliche Meinung mit Füßen zu treten wagt? Daß der Uebcrgang von dem Unwesentlichen der Religion zu dem Wesentlichen schnell erfolge, — daß der gemeine Mann sich selten von Nebendingen losmache , ohne daS Ganze von sich zu werfen, — und daß Menschen ohne Religion, die nicht gelernt haben, durch Vernunft ihre Leidenschaft zu zügeln , sich gewöhnlich alles erlauben, und Gefahr für alle, die sie umgeben, verbreiten, ist eine Bemerkung , wofür die allgemeine Erfahrung spricht, und welche von. den bewährtesten Weisen anerkannt wurde. „Dom Zweifel in Religionssachen zur Leichtsinnigkeit (sagt Mendelsohn im Charakter des Sokrates), von Dernachläßigung des äußerlichen Gottesdienstes zur Gering« schätzung alles Gottesdienstes überhaupt, pflegt der Ueber« gang sehr leicht zu styn, . besonders für Gemächer, die