Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1808)
- Article
- Neue Bemerkungen über die Juden, insbesondere über die Amsterdamer und Frankfurter Juden
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 21)
- Language
- German
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HO *0**r~***'4*' Eben so wenig kann man uns von Seiten des Her. zens das Mitgefühl für die leidende Menschheit absp«. chm. Ja welcher Nation findet man wohl rührendere Beispiele des kindlichen Gehorsams, der Liebe-gegen Eltern? Wo finden Arme mehr Unterstützung, wo übt man mehrj Barmherzigkeit aus als bei uns? Diese Eeistesgabcn wollen wir zur Ehre unserer Na-I kion, zur Erweiterung der Wissenschaften anwcnden, diese schönen Gefühle noch durch Ausbildung unseres Charak. ters zu verfeinern suchen. Es ist nichts leichter, als den Vorwurf, den man uns zur Last legt, als hatte der Jude überhaupt für nichts, was nicht merkantilisch ist, Herz oder Sinn, von uns abzuwälzen: man werfe nur einen Blick in die Hauptstädte, und man wird sich überzeugen, daß es da gewiß nicht an jüdischen Aerzten, Sprachlehrern, Rechenmeistern rc. fehlt, und viele sich gern bereit finden lassen, jedes ehrliche Mittel zu ergreifen» das man ihnen zu ihrer Nahrung gestattet. Nur kann sich natürlicher Weift nicht eine ganze Nation in diesen wenigen Gewerben theilcn, und daher die meisten nothgedrungcn sind, sich an jenem fast einzigen Erwerbzweige festzuhaltea. Wie viele jüdische Familienväter neuerer Zeit seufzen nicht unter dem Zwange , ihre Söhne nur dem leidigen Handel bestimmen zu müssen, und so in ihren eignen Kindern die Mitbewerber, ja sogar oft die künftigen Räuber ihrer Subsistenz im Geiste zu erblicken? Wie oft haben st -ei den Zünften, bei den Regierungen flehentlich angehab trn, ihre Kinder zu ehrlichen Handwerkern bilden zu dür-